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Jul 12 2017

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Araber in Scharnhausen

Bei einem Festakt am 8. Juli grasten nach langer Zeit wieder einmal einige Araberstuten vor dem Schlösschen in Scharnhausen. Diese waren eigens aus dem Haupt- und Landgestüt Marbach angereist, um an ihre 200jährige Geschichte zu erinnern, die hier in Scharnhausen begann…

Sarafine vor dem Schloß Scharnhausen, wo schon vor 200 Jahren ihre Ahnen grasten.Foto: Oliver Seitz

Sarafine vor dem Schloß Scharnhausen, wo schon vor 200 Jahren ihre Ahnen grasten.
Foto: Oliver Seitz


Die zahlreichen Gäste, die zum „Schlösslesfest“ des Hippotherapiezentrums (HPZ) kamen, in das eingebettet der Festakt stattfand, wurden herzlich von Wolfgang Fahr vom HPZ begrüßt. Verschiedene Festredner, darunter auch SKH Friedrich Herzog von Württemberg, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, MdL und der Oberbürgermeister der Stadt Ostfildern, Christof Boley spannten den Bogen zwischen damals und heute, von der Gründung der Araberzucht durch König Wilhelm I. in Scharnhausen, Weil und Kleinhohenheim, bis hin zur Silbernen Herde im Haupt- und Landgestüt Marbach.
Dr. Joachim Bender vom Stadtarchiv Ostfildern, beleuchtete in seinem unterhaltsamen Fachbeitrag die Gebäude, Personen und Strukturen rund um das Gestüt, während Gudrun Waiditschka den Gestütsgründer König Wilhelm I. in den Mittelpunkt stellte und darlegte, dass dieser wirklich die Zucht mit großer Passion betrieb, Unsummen für die Anschaffung der Pferde ausgab, sie von den fähigsten Leuten in der Levante vor Ort kaufen und sie dann auf oft abenteuerlichen Wegen nach Württemberg bringen lies.
Oberlandstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck stellte dann die „lebenden Beweise“ vor, dass es die Nachfahren der Pferde des Königs noch heute gibt: Die Weil-Marbacher Araber. Von den sechs mitgebrachten Stuten gingen drei – Dukna, Shafali und Sarafine – auf die Murana I-Linie zurück, eine der Gründerstuten des königlichen Gestüts. Auch der junge Hengst WM Safi entstammt dieser Stutenlinie. Alle vier Pferde führen außerdem das Blut und die Gene Bairaktars, dem Gründerhengst des Gestüts. Auch die mitgebrachten rein ägyptischen Stuten und der Hengst Musab wurden ausführlich vorgestellt.
Marbacher Araberstuten zu Gast in Scharnhausen. Foto: Oliver Seitz

Marbacher Araberstuten zu Gast in Scharnhausen.
Foto: Oliver Seitz


Der Förderverein des Haupt- und Landgestüts Marbach hatte eine Erinnerungstafel zu „200 Jahre Vollblutaraber-Zucht Scharnhausen – Weil – Marbach“, geschaffen von Wolfgang Schaller, übergeben, die den Gründerhengst Bairaktar darstellt. Und zum Abschluß wurde noch einen wunderbare Idee geboren: Wie wäre es, wenn ein Araber aus der Weil-Marbacher Zucht wieder zu seinen Wurzeln zurückkehren würde? Ganz spontan rief Dr. von Velsen-Zerweck dazu auf, Spenden für den Kauf eines Arabers aus Marbach für das Hippotherapiezentrum in Scharnhausen zu sammeln, der dann nach entsprechender Ausbildung Kindern und Erwachsenen mit einer angeborenen oder erworbenen Schädigung des zentralen Nervensystems helfen kann. Und die ersten Spenden gingen auch direkt vor Ort ein! Wer diesem guten Zweck auf die Beine helfen will, kann dies gerne durch Spenden an den Förderverein des Haupt- und Landgestüts Marbach oder an das Hippotherapienetz unter dem Stichwort „Araber für Scharnhausen“ tun, beides anerkannte Vereine, die auch eine Spendenquittung ausstellen können.

Spendenkonten:

Förderverein Marbach: IBAN: DE88640500000100012307, BIC: SOLADES1REU
Hippotherapienetz: IBAN: DE37 6035 0130 0008 9708 19, BIC: BBKRDE6B

Der Förderverein Marbach übergab diese Gedenkplatte im Beisein von SKH Friedrich Herzog von Württemberg, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch und Bürgermeister Christof Bolay.Foto: Oliver Seitz

Der Förderverein Marbach übergab diese Gedenkplatte im Beisein von SKH Friedrich Herzog von Württemberg (re), Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (li) und Bürgermeister Christof Bolay (mitte).
Foto: Oliver Seitz


Bairaktar - geschaffen von Wolfgang Schaller nach einer Lithografie von Albrecht Adam.Foto: Oliver Seitz

Bairaktar – geschaffen von Wolfgang Schaller nach einer Lithografie von Albrecht Adam.
Foto: Oliver Seitz

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