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Jan 12 2018

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Alle Jahre wieder…

… ist Haifi El Sorrento der Sieger des Aachener Turniers. Dieses Jahr konnte er seine Siegesserie auf vier Siege bei fünf Starts ausweiten. Derzeit kann ihm unter den arabischen Dressurpferden in Deutschland keiner das Wasser reichen.

Eigentlich könnte man statt des diesjährigen Berichts einfach den letztjährigen noch einmal abschreiben. Das Wesentliche nämlich hat sich nicht geändert: „Erfolgreichster Starter am Aachener Turnier war mit Abstand Haifi El Sorrento (v. BS Specific) unter seiner langjährigen Reiterin und Ausbilderin Susanne Hoyler“. Hatte er aber letztes Jahr bei fünf Starts drei Siege, so lautete seine diesjährige Erfolgsbilanz gar: Fünf Starts in Dressurprüfungen der Kl. L (Trense) bis M** mit vier Siegen, lediglich die Kür hatte den Richtern nicht so gut gefallen, wobei Haifi immer noch „bester Vollblutaraber“ dieser Prüfung war. Eine ähnliche Leistung gelang nur noch Vom Besten G unter Züchterin und Besitzerin Gudrun Gernhold, die mit ihrem Partbred-Hengst drei Siege errang.

Die Vollblutaraber

Haifi El Sorrento - IMG_8957 (c) Waiditschka-600px
„Wir haben am Anfang der Saison noch gar nicht zu hoffen gewagt, dass wir das Ergebnis von 2016 wieder erreichen würden“, so Haifi El Sorrento-Besitzerin Edith Lipp, „aber jetzt haben wir es nicht nur erreicht, sondern nocheinmal getoppt! Sori und Susanne sammelten insgesamt 1137 FN-Ranglistenpunkte – letztes Jahr waren es noch 820 -, und wieder erhält Sorrento die goldene Sportpferdeplakette vom VZAP.“ Er ist mit seiner Jahresleistung in der Dressur der beste Vollblutaraber Deutschlands und weit über die deutschen Grenzen hinaus. Außerdem führt Susanne Hoyler dieses Jahr die Dressurergebnislisten vom Pferdesportkreis Nordschwarzwald an – und das mit einem „Exoten“! Leistung soll auch belohnt werden, und so konnte sich das Team von Haifi El Sorrento zum zweiten Mal über den Sieg im Paltra-Pokal freuen: Gemeinsam verbrachten Besitzer- und Reiterfamilien ein schönes Wochenende im Romantikhotel „Goldener Karpfen“ in Fulda! Aber den beiden wurden ihre Siege keineswegs „nachgeworfen“, nur weil sie dieses Jahr „unter sich“ ritten, da es getrennte Abteilungen für Vollblut- und Shagya-Araber und Partbredaraber gab: Die Noten bewegten sich zwischen 7,8 (L-Kandare) und 7,0 (M*).


Der „ewig Zweite“ hinter Haifi El Sorrento war dieses Jahr BA Aram (Amalfi / Aroussa Monpelou) unter seinem jungen Reiter Kyle van der Hejden aus den Niederlanden. Der überwiegend russische gezogene, 9jährige Fuchswallach bewegt sich sehr schwungvoll und elastisch und sein junger Reiter hat sichtlich Freude an den Ritten. Drei zweite Plätze in den Klassen L-Kandare bis M** können sich als Bilanz eines Turnierwochenendes durchaus sehen lassen. Auf dem dritten Rang konnte sich zweimal der 15jährige VA-Wallach Cuba (Arben / Djaikha) unter Vera Dopper platzieren (L-Kandare, M**), die ebenfalls aus Holland angereist waren. Überhaupt war das holländische Kontingent in Aachen sehr groß, dafür fehlten dieses Mal leider die Starter aus Skandinavien.
Auch andere „alte Bekannte“ waren dieses Jahr wieder dabei, so MS Madrass (Kamerton / Marenah) unter Susanne Giese. Dieses Paar konnte sich in der L-Trense auf Rang 2 platzieren, gefolgt von dem Ägypter Musab (NK Bolbol / Maaza) aus dem Haupt- und Landgestüt Marbach unter Lukas Maier. Es war das erste Mal, dass Marbach mit einem Kontingent von drei Pferden an diesem Turnier teilnahm, und man konnte mit dem Ergebnis (1 x 1. Platz mit WM Saradan Kl. A, 1 x 3. Platz Kl. L-Trense und 1 x 4. Platz in der M* mit Musab) durchaus zufrieden sein. Auch Gorbas Gagarin (Davidoff / Wenkum Gorba) unter Sophie Stephan sicherte sich einen dritten Platz in der M*, und auch dieses Paar steigert sich von Jahr zu Jahr.
Der Sieger in der A** ist noch nachzutragen. Dies war Malik Ibn Prognoz (Prognoz / Juvara) unter Janine Holze, der in einem durchaus starken Feld mit 16 Startern gewann. Auf Platz zwei landete GR Farris (von GR Faleeh), der mit seiner Reiterin Pam Johanns aus Luxembourg angereist war. Auch er ist wie Musab ein Ägypter. Auf dem dritten Platz dann wieder ein alter Bekannter: Mosri Al Dahab, diesmal mit seiner jungen Reiterin Emma Dorn.

Die Partbreds

Wie bereits eingangs erwähnt, konnte Vom Besten G unter Gudrun Gernhold ebenfalls eine großartige Erfolgsserie abliefern: Alle drei L-Prüfungen gehörten ihm, in der M** belegte er einen dritten Platz. Der Reitponyhengst ist einer von sechs Vollbrüdern, von denen immerhin drei am Aachener Turnier starteten. Der zweite im Bunde war Vom Brillanten G, und er gewann die A** und belegte den dritten Platz in der A*. Der dritte, Valido’s Black Pearl, konnte unter Magdalena Schumacher in der A-Trense den zweiten Platz hinter seinem Bruder erringen, in der Kür den dritten und in der M* den vierten Platz. Die drei Brüder stammen von Validos Boy, der den Marbacher Vollblutaraber Merafic (Daikir / Masarrah) als Großvater im Pedigree führt. Und auch auf der Mutterseite versteckt sich in 5. Generation der Vollblutaraberhengst Jarys (Kalif / Jemen), und damit Achentaler Blut.
Auch der frisch gekörte und leistungsgeprüfte Lucciano de Saale zeigte sein Können unter Andreas Brand und holte sich den dritten Platz in der L-Trense. Der Trakehner-Hengst führt den Vollblutaraber Narav Ibn Aswan in dritter Generation, mütterlicherseits geht er auf anglo-arabisches Blut zurück, das auf Shagya-Arabern basiert.
Die M-Dressuren lagen dann gänzlich in anderer Hand: Während der bereits 20jährige Reitpony-Wallach Leo Nardo unter Silvia Knapstein die M* gewann, konnte er sich in der M** „nur“ auf dem zweiten Platz hinter dem schicken palomino-farbenen Dannys Dream mit Janina Döll platzieren. Platz drei ging, wie gesagt, an Vom Besten G, während Saaleprinz, ein Halbbruder zu Lucciano de Saale, unter Andreas Brand den vierten Platz einnahm. Nachzutragen in dieser Familie ist noch Saalefürst auf Platz 2 in der A-Kandare.
Beim „Nachwuchs“ in der Klasse A zeigte sich Camar Estopia von ihrer besten Seite und gewann mit Isa Lindemann und einer Traumnote von 7,8 die Prüfung A*. Gezogen wurde diese Partbred-Stute von Corinna Knaack-Lindemann aus ihrer Vollblutaraberstute Camar Esperanza in Anpaarung mit dem Trakehner-Hengst Le Rouge.

Die Springprüfungen

Nach dem letztjährigen Tiefststand, als nur noch fünf oder sechs Springpferde nach Aachen kamen, waren es dieses Jahr doch immerhin 26, und so waren diese Prüfungen zumindest wieder spannend. Angeboten wurde jeweils eine Springprüfung und eine Stilspringprüfung in den Klassen E, A* und A**, sowie eine Springprüfung L; auf das M-Springen verzichtete man dieses Jahr.
Positiv zu vermerken ist auch, dass sich dieses Jahr wieder mehr Shagya-Araber nach Aachen getrauten. Und prompt wurde Halik (Lenkoran / Halisha) unter Julius Herz mit dem 1. Platz im E-Stilspringen belohnt. Ihm folgte auf dem zweiten Platz Orsha (Bazar / Ocarina) mit Silke Schwertfeger, die ihrerseits wiederum das E-Springen vor dem Shagya-Araber Santhos (Shareer / Nora) unter Diana Kunz gewann.
Die Vollblutaraber hingegen waren in den Springprüfungen nur „unter ferner liefen“ vertreten – sowohl zahlenmäßig, als auch leistungsmäßig. Dagegen soll noch ein kleines Partbred-Stütchen erwähnt werden: Alisha SR vom Vollblutaraber Al Ashar. Sie hat von ihrem Vater das Springtalent und einen tollen Stil geerbt. Kein Wunder hatte sie bei der Stutenleistungsprüfung in Münster-Handorf 2015 die Note 9,0 im Freispringen erhalten. Zwar reichte es in Aachen nur zu einem dritten Platz im A*-Springen, aber bei ihr hat man wirklich das Gefühl, das Springen macht ihr Spaß!
Alles in allem war Aachen dieses Jahr ein Schritt in die richtige Richtung. Hoffen wir, dass damit der Abwärtstrend gebrochen wurde und auch die Vollblutaraber wieder vermehrt zurück nach Aachen kommen.
Gudrun Waiditschka

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