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Jul 02 2018

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Shagya – Hengststamm und Rassebezeichnung

Mit dem Hengst Shagya Or.Ar. begann im Gestüt Bábolna der nach ihm benannte Hengststamm. Vertreter dieses Stammes erhielten (früher) alle den Namen „Shagya“ und eine Nummernfolge, die für Anfänger besonders verwirrend ist. Erst im 20. Jahrhundert wurde dieser Name auch als Rassebezeichnung eingesetzt, korrekterweise mit dem Zusatz Shagya-„Araber“.

Die Geschichte der Shagya-Araber hat über zwei Jahrhunderte hindurch einen recht wechselvollen Verlauf genommen. Die Bezeichnung „Shagya“ für diese Rasse – vorher als „Araberrasse“ bekannt – ist seit der Gründung der Internationalen Shagya-Araber Gesellschaft (ISG) eingeführt. Man hatte diese Bezeichnung für die ganze Rasse deshalb gewählt, weil die Blutlinie des Shagya-Stammes die dominierende in der Rasse war. Außer der namensgebenden Blutlinie umfasst diese Benennung generalisierend alle anderen, an der Entstehung dieser Araberrasse beteiligten Blutströme, die dann nach den jeweiligen Gründerhengsten – alles Vollblut- beziehungsweise Desertbred-Araber – bezeichnet werden.
Bei den Shagya-Arabern handelt es sich um reingezüchtete Blutlinien, die in ihren Abstammungen lückenlos auf die Stutbücher von Mezöhegyes, Radautz und Bábolna zurückführen. Dieses Blut ist auch in den grossen Gestüten Polens, Bulgariens, Rumäniens, Jugoslawiens und zum Teil auch Russlands verbreitet und es wurde dort nach dem Muster der Gestüte in der Donaumonarchie weitergezüchtet. Diese alte Tradition wird heute von den Züchtern bewusst fortgesetzt, um diese edlen, typvollen Leistungspferde im Rahmen des Zuchtzieles rein weiter zu züchten und zu vervollkommnen.

Der Ankauf von Wüstenpferden

Im Jahre 1789 wurde das ungarische Hauptgestüt Bábolna gegründet. Es mutet wie ein spannender Roman an, die dramatische Historie dieses weltberühmten Gestütes zu verfolgen, wie durch Kriege, Verwüstungen, Evakuierungen, Seuchengänge und züchterische Fehlplanungen die Zuchtbestände oftmals hoffnungslos dezimiert wurden.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Napoleon Bonaparte ganz Europa mit verheerenden Kriegen überzogen. Millionen Menschen haben in den Wirren dieser Kriege ihr Leben verloren. Der Verlust an Pferden war aber ebenso gewaltig, was in den Geschichtsbüchern oft vergessen wird. Aufgrund dieser Verluste sollten die Pferdebestände so rasch wie möglich ersetzt werden. Pferde, die gesund und langlebig, hart, leistungsbereit und anspruchslos waren, waren gesucht. Die durchgreifende Entscheidung im Jahr 1816 war, dass die Wiener General-Remontierungs Inspektion beschloss, dass die Stuten in Bábolna künftig nur noch mit orientalischen Hengsten gedeckt werden sollten. Aus diesem Grunde wurden zahlreiche Expeditionen in den Orient geschickt. Pferdehändler und bewährte Pferdezüchter, meist im Auftrag von Regierenden, machten sich auf den gefährlichen Weg in den Nahen Osten.

Der Hengst Shagya Or.Ar.

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