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Sep 11 2018

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Klein aber fein

SZAP – Hengstkategorisierung, Beständeschau und Sporttag in der Schweiz

Am zweiten Septemberwochenende trafen sich die Züchter und Freunde des arabischen Pferdes in Dielsdorf bei Zürich zur jährlichen Beständeschau, Hengstkategorisierung und Sporttag. Es war ein volles Programm, das sich das Organisationskomitee um Präsidentin Renata Schibler auferladen hat. Aber auch wenn es hier und da etwas holperte, so waren insgesamt die Teilnehmer doch zufrieden. Das konnten sie auch sein, denn neben den üblichen Schleifen und Stallplaketten gab es viele Sachpreise zu gewinnen, von einem Wochenende im 5-Sterne-Hotel, über ein Fernsehgerät bis hin zu Decksprüngen namhafter Hengste!
Züchterisch der wichtigste Teil war die Hengstkategorisierung. Diese besteht aus vier Schritten, wobei 1. das Exterieur und die Gänge beurteilt werden, 2. die Gesundheit, 3. die Eigenleistung und 4. die Nachzuchtleistung. Jede der vier Kategorien wird mit A, B oder C bewertet (wobei A die höchste Note ist).
Die drei Kandidaten, die vor die Richter traten, hatten ihren ersten Schritt zu absolvieren, d.h. die Beurteilung von Exterieur und Bewegung. Angetreten waren der bereits 16jährige Rapphengst HS Piranesi (Simeon Sadik / HS Pipistrella), gezogen von Halsdon Arabians/GB und im Besitz von Anita Steiner; der vierjährige dunkelbraune Saphir Guna (El Marees / Willa Rosa), gezogen von Dr. Hasler und im Besitz von Sarah Bühlmann; sowie der erst dreijährige MN Shajazzo (Bafran Shalabur / Bafran Baja), Züchter und Besitzer Mirjam Neiger.
Die besten Noten vergaben die Richter an den Jüngsten, MN Shajazzo, der besonders im Geschlechtstyp und Körperbau gefiel. Er ist ein „typischer Bafran“ und kann seinen Großvater Bafran Ibn El Shaklan nicht verleugnen. Er erhielt gesamt 3,25 Punkte (von maximal 5) und wurde mit „C“ kategorisiert. An zweiter Stelle kam Saphir Guna – auch er gefiel im Geschlechtstyp und Körperbau am besten, hatte aber deutliche Schwächen im Fundament und den Gängen, Gesamtnote 3,0, ebenfalls mit „C“ bewertet. Auch HS Piranesi, der als Westernpferd ausgebildet ist, bestach durch seinen Geschlechtstyp, zeigte jedoch ungenügenden Trab und Galopp, so dass er mit 2,81 Punkten (Kat. „C“) abschloß.


In der eigentlichen Beständeschau waren rund 20 Pferde angetreten, aber auch wenn die Anzahl klein war, so kamen doch über 60% in den sog. „Rappel“, d.h. sie hatten 7,0 und mehr Punkte erreicht. Erfolgreichste Züchterin war Emanuela Lucini, Gestüt Harem, die aus dem Tessin angereist war. Im „Gepäck“ hatte sie ihre beiden selbstgezogenen Pferde H Goghleine (v. Van Gogh AM) und H Shaolin (v. H Glamours). Diese erhielten dann auch prompt Höchstnoten von 7,6 bzw. 7,5 Punkte, und den Titel „Best in Show“ wofür ihre Züchterin das Hotelwochenende gewann. Auch die 14jährige, rein russisch gezogene Patina (v. Aromat) erreichte 7,6 Punke. Sie nahm durch ihr ruhiges, ausgeglichenes Wesen alle in Bann, doch konnte sie auch „aufdrehen“ und ihre hervorragenden Gänge zeigen. Aus dem gleichen Stall kam der bereits 22jährige Hengst Bajkal (v. Balaton) mit 7,5 Punkte; beide Pferde wurden von Familie Thievent vorgestellt. Bajkal trat nochmals mit seinen Töchtern und Enkeln zur „Hengstfamilie“ an. Die Richter bescheinigten ihm eine überdurchschnittlich gute Nachzuchtsammlung, die mit Gold ausgezeichnet wurde.
Mit 7,4 Punkten fuhr Aaliyanas Alihandra (EKS Alihandro / Aaliyana Psy), in Österreich gezogen und im Besitz von Madeleine Fischer, nach Hause. Die Stute mit hoher Aufrichtung – ganz der Vater – konnte dennoch „nur“ den zweiten Platz hinter H Goghleine erreichen.
In der Stutenklasse kam es leider zu einer Verwechslung der Richterblätter, weil die Pferde nicht in der vorgesehenen Reihenfolge vorgestellt wurden. Um sicher zu stellen, dass die Noten den richtigen Pferden zugeordnet werden, wurde die gesamte Klasse ein zweites Mal vor die Richter gebracht. Schlußendlich stand LA California als Siegerstute mit 7,4 Punkten fest, eine kräftige, Stute, die ganz nach ihrem Vater Shaklan Ibn Bengali kommt. Ihr folgten mit 7,0 Punkten Rasheeda und Al Alida, wobei die Bajkal-Tochter Rasheeda den zweiten Platz zugesprochen bekam.
Die Reitklassen fanden etwas entfernt auf dem Dressurviereck statt und waren somit leider etwas abseits. Hierzu waren auch Shagya-, Anglo- und Partbred-Araber eingeladen. Besonders erfreulich war, dass hier Pferde am Start waren, die auch in der Beständeschau zu sehen waren, unter ihnen z.B. Al Alida (2. Platz), Abalisha Du Silence (3. Platz), und LA California (5. Platz). Eine „Familienangelegenheit“ wurde die L-Dressur: Gewonnen wurde diese von der 21-jährigen Asari Bint Grand (Grand / Shareefah), auf dem zweiten Platz landete ihre 17jährige Tochter Ahira Bint Narym (v. Narym), beide mit 63 bzw. 62,6 % und beide geritten von Mitgliedern der Familie Vögtlin. Mit 15 Startern am besten besetzt war die Geschicklichkeitsprüfung für Erwachsene, auch die Bodenarbeit mit 10 Startern fand regen Zuspruch. Als Preise gab es auch hier Naturalpreise wie ein Reitjacket, Schabracken und vieles mehr. Insgesamt war die Stimmung sehr gut und kameradschaftlich – und der Spaßfaktor hoch. Und das ist die Hauptsache!
Gudrun Waiditschka

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