{"id":12152,"date":"2018-06-29T09:50:22","date_gmt":"2018-06-29T07:50:22","guid":{"rendered":"http:\/\/in-the-focus.com\/?p=12152"},"modified":"2018-06-29T11:15:17","modified_gmt":"2018-06-29T09:15:17","slug":"im-wandel-der-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/2018\/06\/im-wandel-der-zeit\/","title":{"rendered":"Im Wandel der Zeit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/lightbulb-330px.png\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"369\" class=\"alignleft size-full wp-image-12156\" srcset=\"https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/lightbulb-330px.png 330w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/lightbulb-330px-268x300.png 268w\" sizes=\"auto, (max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/>Vielleicht mu\u00df eine Situation erst v\u00f6llig verfahren sein, bis sich die Einsicht durchsetzt, dass man neue, andere Wege gehen mu\u00df, um etwas zu \u00e4ndern. Wenn in einem so gro\u00dfen Land wie Deutschland, nur noch etwa zehn Z\u00fcchter &#8220;Schaupferde&#8221; z\u00fcchten, wenn nur noch drei bis vier Aussteller sich auf internationales Parkett trauen, dann ist die &#8220;Schauszene&#8221; auf ihrem Tiefpunkt angelangt. Diese Talsohle scheint notwendig zu sein, damit ein Umdenken stattfinden kann, denn nur wenn man den Ballast (die alte Form der &#8220;Schau\/Show&#8221;) \u00fcber Bord wirft, ist man frei f\u00fcr neue Ideen. So geschehen in Bayern, als die Initiatoren des &#8220;Tags des Arabischen Pferdes in Bayern&#8221; ein neues Veranstaltungskonzept ins Leben riefen. So geschehen letztes Jahr beim &#8220;Noble Straight Egyptian Breeders Festival&#8221; in Lochem\/NL oder beim &#8220;Tag des arabischen Pferdes&#8221; im Haupt- und Landgest\u00fct Marbach. Die Idee ist es, das arabische Pferd den Menschen n\u00e4her zu bringen, ohne Wettkampf, ohne &#8220;h\u00f6her, schneller, weiter&#8221;, ohne Neid und Missgunst \u2013 einfach nur aus Freude am Pferd, an seiner Sch\u00f6nheit und Anmut.<br \/>\nDieser Wandel spiegelt auch einen Trend in der Gesellschaft wider: War das Pferd in meiner Gro\u00dfeltern-Generation noch Kriegsger\u00e4t, Arbeitstier vor dem Pflug, der Kutsche oder dem Wagen, dann war es in meiner Jugend ein Partner zur Aus\u00fcbung des Reitsports (und im schlimmsten Falle ein Sportger\u00e4t). Heute ist so mancher Freizeitreiter eher &#8220;Freizeitpferdehalter&#8221;, denn f\u00fcr ihn steht das Reiten gar nicht mehr im Vordergrund, ist nicht mehr alleinige Motivation zur Pferdehaltung. Vielmehr ist es die Mensch-Tier-Beziehung. Manch einem Pferdehalter reicht es aus, sein Pferd zu &#8220;bet\u00fctteln&#8221;, ihm ein sch\u00f6nes Leben zu erm\u00f6glichen, und sich an ihm zu erfreuen. Ich will nicht behaupten, dass dieser neue, andere Weg der Beziehung zum Pferd schon bei allen angekommen ist. Nat\u00fcrlich existieren alle anderen Formen parallel noch immer, nebeneinander, in hoffentlich friedlicher Koexistenz. Aber es scheint eine Verschiebung der Paradigmen stattzufinden.<br \/>\nGerade wenn es um die Mensch-Tier-Beziehung geht, kann der Araber unter allen anderen Pferderassen enorm punkten, denn er kann sich ausgesprochen gut auf den Menschen einstellen. Durch seine sensible Art nimmt er die Stimmung des Menschen wahr und manchmal scheint mir, hat das arabische Pferd mehr Empathie als so mancher Mensch. Diese Charaktereigenschaft, f\u00fcr die das arabische Pferd seit Alters her bekannt ist, ist es also, die wir erhalten m\u00fcssen. Die typische Form der &#8220;Schau\/Show&#8221; hat der Rasse in dieser Hinsicht einen B\u00e4rendienst erwiesen. Neue Konzepte, zu denen auch die Amateurschauen mit ihrem etwas anderen Richtsystem geh\u00f6ren, bei dem auch die Mensch-Pferd-Beziehung bewertet wird, k\u00f6nnen hier das Image der Rasse wieder ins rechte Licht r\u00fccken. Wir brauchen Konzepte, bei denen der Charakter, die Intelligenz und nat\u00fcrliche Sch\u00f6nheit der Pferde im Vordergrund \u2013 und im Rampenlicht \u2013 stehen.<br \/>\nZuchtverb\u00e4nde t\u00e4ten gut daran, die Zeichen der Zeit zu erkennen und ihre &#8220;F\u00f6rderma\u00dfnahmen&#8221; nicht einseitig auf nur ein oder zwei &#8220;Bet\u00e4tigungsfelder&#8221; (Schau und Sport) f\u00fcr das arabischen Pferd zu beschr\u00e4nken. Und wenn man selbst nicht in der Lage oder Willens ist, einen neuen Weg einzuschlagen, dann sollten doch wenigstens die unterst\u00fctzt werden, die das Risiko eingehen, sich auf neues Terrain wagen, den Weg auskundschaften und bereiten. Denn die oben genannten Veranstaltungen tun dies nicht um ihrer selbst Willen, sondern f\u00fcr das Ansehen der Rasse, was letztendlich jedem einzelnen Z\u00fcchter zugute kommt.<br \/>\nGudrun Waiditschka<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht mu\u00df eine Situation erst v\u00f6llig verfahren sein, bis sich die Einsicht durchsetzt, dass man neue, andere Wege gehen mu\u00df, um etwas zu \u00e4ndern. 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