{"id":12919,"date":"2018-10-01T18:11:51","date_gmt":"2018-10-01T16:11:51","guid":{"rendered":"http:\/\/in-the-focus.com\/?p=12919"},"modified":"2018-10-25T18:13:12","modified_gmt":"2018-10-25T16:13:12","slug":"kommentar-zu-den-weg-verraten-und-verkauft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/2018\/10\/kommentar-zu-den-weg-verraten-und-verkauft\/","title":{"rendered":"Kommentar zu den WEG &#8211; Verraten und verkauft"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Beitragsbild-WEG.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Beitragsbild-WEG.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"336\" class=\"alignright size-full wp-image-12920\" srcset=\"https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Beitragsbild-WEG.jpg 350w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Beitragsbild-WEG-300x288.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><br \/>\nFassungslosigkeit, Wut, Proteste, R\u00fccktritte, ziviler Ungehorsam. Die WEG 2018 hat alle Bef\u00fcrchtungen der Distanzsportler \u00fcbertroffen. Veranstalter, Offizielle und die FEI haben sich an Inkompetenz selbst \u00fcbertroffen.<\/p>\n<h3 style=\"font-size:120%; color:#d4a409\"><strong>Hilfsangebot aus UAE<\/strong><\/h3>\n<p>W\u00e4re es nicht zum Heulen, k\u00f6nnte man dr\u00fcber lachen. Spanien und Frankreich trennten noch rund 20 km von einem Medaillenregen (wie viele Kilometer wei\u00df keiner aufgrund der Irrungen und Wirrungen so genau). Die dem Hauptsponsor Meydan nahestehenden Reiter den UAE hingegen alle ausgeschieden. Die FEI brach das Rennen kurzerhand ab. Die Begr\u00fcndung: Das Wetter w\u00e4re aufgrund eines berechneten Index f\u00fcr die vierbeinigen Athleten zu gef\u00e4hrlich.<br \/>\nEin Schelm, wer B\u00f6ses dabei denkt. Nat\u00fcrlich bot sich Meydan sogleich gro\u00dfz\u00fcgig als Sponsor einer Ersatz-WM an \u2013 in Dubai oder Europa, wo man sich l\u00e4ngst eingekauft hat in Veranstaltungen, die durch ihr flaches Gel\u00e4uf hohe Geschwindigkeiten erwarten lassen und damit besser ins eigene Konzept passen. In den Netzwerken wurde der Verdacht ge\u00e4u\u00dfert: Wenn sie die Spitzenpferde schon nicht kaufen k\u00f6nnen, stellt man sie einfach kalt. Denn die haben nun etwa 140 km (100 gewertete Kilometer) unter \u00e4u\u00dferst schwierigen Bedingungen in den Knochen und sind nicht so schnell wieder einsetzbar. Die arabischen L\u00e4nder hingegen verf\u00fcgen \u00fcber weitaus mehr relativ schnell einsetzbare Spitzenpferde.<br \/>\nDer skandal\u00f6se Fehlstart, bei dem die Reiter auf verschiedene Runden geschickt wurden und das Rennen nach 40 km angehalten und neu gestartet wurde, war nur der Beginn eines Versagens auf ganzer Linie. Ein fairer Wettbewerb war so nicht mehr m\u00f6glich, das Rennen h\u00e4tte genau zu diesem Zeitpunkt abgebrochen geh\u00f6rt oder es h\u00e4tte nach anderen L\u00f6sungen gesucht werden m\u00fcssen. Die Pferde hatten unterschiedlich viele Kilometer und verschiedene Pausenzeiten in den Knochen. Dar\u00fcber hinaus verlor das Championat seine Sterne und konnte somit kein richtiges Championat mehr sein.<br \/>\nSchon im Vorfeld gab es reichlich Kritik. Das Veranstaltungsgel\u00e4nde war immer noch Baustelle, der Boden f\u00fcr Vetgate, Grooming Aerea und Pause g\u00e4nzlich ungeeignet, eine Streckenbesichtigung verboten \u2013 (man stelle sich das zum Beispiel bei den Spring- oder Vielseitigkeitsreitern vor), die Streckenposten nicht ausreichend geschult und informiert, so dass sie den Reitern unterwegs vor laufenden Kameras nicht die richtige Richtung zeigen konnten, sowie die Informationspolitik desolat. Es folgte nach den sich widersprechenden Informationen \u00fcber das Ausscheiden des arabischen Favoriten das Abschalten der \u00f6ffentlichen Zeitnahme (mal eliminiert, mal nicht), so dass Ritt, Zeiten und Werte nicht mehr online verfolgt werden konnten. Stattdessen der Hinweis, dass die Ergebnisse am Ende des Rittes ver\u00f6ffentlicht werden w\u00fcrden. Die Firma, die f\u00fcr die Zeitnahme verantwortlich zeichnete, ist ein Unternehmen der UAE &#8230;<\/p>\n<h3 style=\"font-size:120%; color:#d4a409\"><strong>Das Wetter war schuld &#8230;<\/strong><\/h3>\n<p>Ja, das Wetter war sicher sehr schwierig und die Pferde brauchten deutlich l\u00e4nger als sonst, um den erforderlichen Puls zu erreichen. Das war offensichtlich. Doch w\u00e4hrend man im tropischen Malaysia das Rennen im Regen trotz gef\u00e4hrlicher Blitzeinschl\u00e4ge auf dem unter Wasser stehenden Gel\u00e4nde weiterlaufen lie\u00df, wurde dieses nun gestoppt. Bei der Live\u00fcbertragung waren indessen vorwiegend munter wirkende Pferde in gutem Zustand zu sehen. Alternativ w\u00e4re vielleicht ein erneutes Hochsetzen der H\u00f6chstzeit und eine Versch\u00e4rfung der Untersuchungen m\u00f6glich gewesen? Eine Verl\u00e4ngerung der Pausenzeiten? Oder eine Wertung in der jetzigen Reihenfolge? Noch sinnvoller hingegen w\u00e4re gewesen, die WEG erst gar nicht an einen solchen Ort zu vergeben! Dort, wo zu dieser Jahreszeit schw\u00fcl-hei\u00dfes Wetter nichts Ungew\u00f6hnliches ist? Der Verdacht liegt zumindest nahe, dass der FEI das Wetter gerade recht kam, um eine ausreichende Begr\u00fcndung f\u00fcr den Abbruch zu haben. Und angeblich setzten sich die UAE schon nach dem Ausscheiden ihres Favoritens f\u00fcr eine Petition ein, das Rennen abzubrechen und zu verschieben.<br \/>\nWie dem auch sein. In den Netzwerken wird die Vermutung ge\u00e4u\u00dfert, dass diese Entscheidung sicherlich reich entlohnt wurde. Der Frust der Reiter und Teams, die nicht nur einen hohen zeitlichen, sondern auch finanziellen Aufwand betrieben haben, ist verst\u00e4ndlich. F\u00fcr die Profis unter ihnen bel\u00e4uft sich der Schaden sicher auf noch h\u00f6here Summen, werden doch erfolgreiche Pferde hoch gehandelt. Es dauert Jahre, Pferde solide auf solche Events vorzubereiten. Der franz\u00f6sische Starreiter Jean-Philippe Frances, der hier um den Titel ritt, verk\u00fcndete das Ende seiner aktiven Karriere mit den Worten, \u201edass der Sport am Boden angekommen w\u00e4re\u201c.<br \/>\nDer internationale Distanzsport steht nun endg\u00fcltig an einem Scheidepunkt. Viele sprechen schon von einer Zeit vor und einer nach Tryon. Will sich der Sport das alles wirklich gefallen lassen und einfach kapitulieren? Oder kommt er endlich runter von dem Ast, den er sich gerade selbst abs\u00e4gt? Die internationalen Akteure m\u00fcssen sich entscheiden, ob sie gemeinsam etwas bewegen und zu einem sauberen, fairen Sport zur\u00fcckkehren wollen. Vielleicht ohne Glanz und Glamour und ohne hohe Preisgelder, daf\u00fcr aber ein Sport, der diesen Namen auch noch als solchen verdient. <\/p>\n<h3 style=\"font-size:150%; color:#d4a409\"><strong>Zur\u00fcck zu fairem Sport<\/strong><\/3><br \/>\nDass emp\u00f6rte Reiter nach der Entscheidung via Pferd das Vet-Gate enterten und mit Stinkefinger unter dem Jubel der Crews und Reiter im Galopp ihre Runden drehten, wird sicher Konsequenzen haben. Im Zweifel wird ihnen das egal sein. Denn wer will noch unter solch unfairen Bedingungen an den Start gehen?<br \/>\nEs dreht sich nicht darum, ob es richtig oder falsch war, den Ritt abzubrechen. Von au\u00dfen ist das schwer zu beurteilen. Es wird wie immer viele Wahrheiten geben und viele Fragen, die nie gekl\u00e4rt werden. Die FEI wird den Abbruch sp\u00e4ter mit den vielen, behandelten Pferden begr\u00fcnden. Dazu sollte man wissen, dass ausgeschiedene Pferde auf internationalen Ritten generell dem behandelnden Veterin\u00e4r vorgestellt werden muss und dieser nat\u00fcrlich in Anbetracht des anstehenden R\u00fcckfluges viel fr\u00fcher zu Infusionen greifen als sonst.<br \/>\nEs dreht sich vielmehr darum, dass wir ein sch\u00e4rferes Reglement ben\u00f6tigen, das auch eingehalten wird, kompetentere Entscheidungstr\u00e4ger, viel h\u00f6here Sperren bei Missbrauch und Doping. Eine FEI, die sich f\u00fcr die Belange des Sports einsetzt ihm den n\u00f6tigen Respekt entgegen bringt und einen fairen Rahmen bietet f\u00fcr Pferd und Reiter. Mit Baul\u00e4rm, wechselnden, zu kalten St\u00e4llen und mangelnden Bewegungsm\u00f6glichkeiten der Pferde war Tryon das neben dem Fiasko am Ritttag selbst sicherlich nicht.<br \/>\nEs regt sich Widerstand in der Szene. Hoffen wir, dass er nicht im Frust verebbt, sondern zu konstruktiven L\u00f6sungen beitr\u00e4gt.<br \/>\nIst\u2019s a shame. Es ist Zeit, etwas zu \u00e4ndern.<br \/>\n<em>Cornelia Koller<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fassungslosigkeit, Wut, Proteste, R\u00fccktritte, ziviler Ungehorsam. Die WEG 2018 hat alle Bef\u00fcrchtungen der Distanzsportler \u00fcbertroffen. Veranstalter, Offizielle und die FEI haben sich an Inkompetenz selbst \u00fcbertroffen. Hilfsangebot aus UAE W\u00e4re es nicht zum Heulen, k\u00f6nnte man dr\u00fcber lachen. 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