{"id":18324,"date":"2020-10-19T11:14:47","date_gmt":"2020-10-19T09:14:47","guid":{"rendered":"https:\/\/in-the-focus.com\/?p=18324"},"modified":"2020-10-19T11:16:38","modified_gmt":"2020-10-19T09:16:38","slug":"gedanken-zur-pferdezucht-und-vermarktung-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/2020\/10\/gedanken-zur-pferdezucht-und-vermarktung-i\/","title":{"rendered":"Gedanken zur Pferdezucht und -Vermarktung (I)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"font-size:28px;color:#dd9933\"><strong>Bernd Zimmermann &#8211; Gest\u00fct Amurath<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\" style=\"color:#dd9933\"><strong>Seit 1992 z\u00fcchten Bernd und Gabriele Zimmermann Vollblutaraber auf ihrem Gest\u00fct Amurath. Nicht zuletzt dank seiner fr\u00fcheren T\u00e4tigkeit als Vorstandsmitglied im Araberzuchtverband (VZAP) hat Bernd Zimmermann einen umfassenden Eindruck davon, was man in Hinblick auf den Araber als Freizeit- und Sportpferd als Z\u00fcchter und als Verband tun m\u00fc\u00dfte.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"600\" src=\"https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bernd-Zimmerman-c_MGroger_5ZI3409-600px-400x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18329\" srcset=\"https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bernd-Zimmerman-c_MGroger_5ZI3409-600px-400x600.jpg 400w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bernd-Zimmerman-c_MGroger_5ZI3409-600px-200x300.jpg 200w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bernd-Zimmerman-c_MGroger_5ZI3409-600px-100x150.jpg 100w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bernd-Zimmerman-c_MGroger_5ZI3409-600px-267x400.jpg 267w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bernd-Zimmerman-c_MGroger_5ZI3409-600px.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption>Bernd Zimmermann<br>Foto: Melanie Groger<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>IN THE FOCUS: Herr Zimmermann, Sie sind einer der Z\u00fcchter, die bewu\u00dft die Sch\u00f6nheit eines Schaupferdes mit der Reiteignung eines Freizeit-\/Sportpferdes verbinden wollen. Was macht dieses Bem\u00fchen so schwierig?<\/em><\/strong><br><strong>Bernd Zimmermann:<\/strong> Bis heute kann ich pers\u00f6nlich mit diesen Begrifflichkeiten nichts anfangen. Ich verstehe durchaus die unterschiedlichen Motivationen, weshalb solche Unterschiede geschaffen werden. Aber f\u00fcr mich pers\u00f6nlich haben diese \u201eSchubladen\u201c keinen praktischen Nutzen.<br>In unserer Zucht beurteile ich jegliche z\u00fcchterische Entwicklung immer vom Stutenbestand aus. Jede Stute wird zun\u00e4chst anhand ihres Interieurs, Exterieurs, ihrer Bewegungsqualit\u00e4t und abh\u00e4ngig vom Alter, auch anhand der Rittigkeit beurteilt.<br>Wenn man sich als Z\u00fcchter im Kopf von den Kategorien und Schubladen frei macht, dann ist das Bem\u00fchen, ein sch\u00f6nes und rittiges Pferd zu z\u00fcchten gar nicht so schwierig.<br>Aber wir d\u00fcrfen nicht ausblenden, dass in der Tat einige Dinge problematisch sind:<br>* Die Wahrnehmung von Typ und Sch\u00f6nheit eines Pferdes ist sehr subjektiv. Die Vorstellungen dar\u00fcber gehen nun mal sehr weit auseinander.<br>* Es gibt in der Zwischenzeit sehr wenig Hengste mit objektiv dokumentierter Leistung und\/oder Rittigkeit. Viele dieser Hengste sind eng mit unseren Stuten verwandt oder passen nicht zu unseren Linien. Das schr\u00e4nkt die Auswahl an gepr\u00fcften Reitpferdehengsten deutlich ein.<br>* Leider haben wir in der heutigen Zeit sehr wenig Informationen \u00fcber den Charakter, die Rittigkeit (zumindest Mindesteignung als Reitpferd) von Hengsten, die keine Turniere gehen oder Leistungspr\u00fcfungen haben. Es bedeutet f\u00fcr uns einen erheblichen Zeitaufwand, \u00fcber deren Qualit\u00e4t oder Vererbungsleistung zuverl\u00e4ssige Informationen zu sammeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I<strong><em>TF: Was erwartet der K\u00e4ufer von einem Freizeitpferd? Und nach welchen Kriterien trifft er die Kaufwahl?<\/em><\/strong><br><strong>B. Z.:<\/strong> Es gibt nat\u00fcrlich nicht den typischen K\u00e4ufer eines Freizeitpferdes. Aber in der Tat kann man einige Gemeinsamkeiten erkennen. Zun\u00e4chst erwartet der Freizeitreiter ein braves, nervenstarkes und allgemein anst\u00e4ndiges Pferd. Meist wird auch sehr genau drauf geschaut, wo und wie das Pferd aufgezogen und sozialisiert wurde. Insgesamt wird meist nicht so auf Details, sondern eher auf ein insgesamt harmonisches Pferd geschaut, welches dem K\u00e4ufer auch optisch gef\u00e4llt. Aber bereits hier gehen die Vorstellungen sehr weit auseinander. Geschmack ist nun mal sehr subjektiv. Nach meiner Erfahrung gef\u00e4llt dem K\u00e4ufer eines Freizeitpferdes meist ein freundliches, mit viel Ausstrahlung und guten Bewegungen ausgestattetes Pferd.<br>Bei einem gerittenen Pferd kommt noch ein weiterer Faktor hinzu. Der Reiter muss sich auf und mit dem Pferd wohlf\u00fchlen. Ein gutes und sicheres Gef\u00fchl nach dem Probereiten ist ein wesentlicher Faktor f\u00fcr den Kauf.<br>Auch der Kaufpreis ist f\u00fcr viele Freizeitreiter ein bestimmender Faktor beim Kauf eines Pferdes. Grunds\u00e4tzlich erst mal nachvollziehbar, aufs Geld zu schauen. F\u00fcr uns als langj\u00e4hrige Z\u00fcchter sind manche Vorstellungen oder Kriterien auch heute noch unverst\u00e4ndlich, da der Kaufpreis im Leben eines Pferdes doch die geringsten Kosten darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Es wird viel von &#8220;Leistung&#8221; gesprochen. Was verstehen Sie darunter?<\/em><\/strong><br><strong>B. Z.:<\/strong> Das ist in der Tat im Hinblick auf die heutige Entwicklung der Zuchtlandschaft nicht einfach zu beantworten. So inhomogen wie die Zucht heute ist, so unterschiedlich wird auch Leistung definiert. Aber gerne nehme ich hierzu Stellung.<br>Aus meiner Sicht muss man Leistung nach subjektiven und objektiven Kriterien unterscheiden.<br>Die subjektiven Kriterien, die auch sehr unterschiedlich wahrgenommen und von jedem wohl anders bewertet werden, sind z.B.:<br>* Wie l\u00e4sst sich das Pferd verladen und transportieren?<br>*  Wie gut steckt das Pferd Stress und Druck weg?<br>* Wie verh\u00e4lt sich die Jungstute bei gyn. Untersuchungen?<br>* Wie verh\u00e4lt sich das Jungpferd bei der Arbeit, Anreiten usw.?<br>Dies sind nur exemplarisch f\u00fcr mich wichtige Punkte, wo ich gerade bei jungen Pferden sehr genau hinschaue. Das sind f\u00fcr mich individuelle Leistungen, welche selbstverst\u00e4ndlich in Zusammenhang mit dem Charakter, Kooperationsbereitschaft und Nervenst\u00e4rke eines Pferdes stehen.<br>Leistungen nach objektiven Kriterien betrachtet sind:<br>* Lebensdauer und Fruchtbarkeit eines Pferdes<br>* Teilnahme an Turnieren, Rennen, Distanzritten (hier sehe ich nicht nur die Erfolge, sondern bereits die regelm\u00e4\u00dfige Teilnahme bei Gesunderhaltung eines Pferdes als Leistung)<br>* Teilnahme an Leistungspr\u00fcfungen (Feld- und Stationspr\u00fcfungen). Diese Pr\u00fcfungen sch\u00e4tze ich sehr, da sie neben der Leistung auch deutliche Hinweise auf die Schwerpunkte der Veranlagung eines Pferdes unter dem Sattel geben. Ebenso die objektive Einsch\u00e4tzung eines Fremdreiters \u00fcber die Rittigkeit eines Pferdes<br>* Teilnahme an Stutenschauen (z.B. Pr\u00e4mienstutenschauen des VZAP)<br>* Teilnahme an Schauen (z.B. ECAHO Schauen)<br>Sicherlich keine vollst\u00e4ndige Aufstellung, aber f\u00fcr mich insgesamt das Spektrum an M\u00f6glichkeiten, welche ich auch f\u00fcr unsere Zucht und zur Beurteilung des einzelnen Pferdes und die Selektion unserer Zuchtpferde nutze.<br>Auch wenn es platt klingt: Wir m\u00fcssen auf unseren Pferden heute nicht mehr in den Krieg reiten. Die Anforderungen an das Pferd im Allgemeinen und den Vollblutaraber im Besonderen haben sich ver\u00e4ndert. Trotzdem ist es gerade zur Gesunderhaltung jedes einzelnen Pferdes und unserer Rasse unumg\u00e4nglich und wichtig, die Leistung als Selektionskriterium ernst zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Welche Kriterien mu\u00df ein Hengst erf\u00fcllen, wenn Sie ihn insbesondere f\u00fcr die Zucht eines Reitpferdes ins Auge fassen?<\/em><\/strong><br><strong>B. Z.:<\/strong> So ganz allgemein muss der Hengst die Vererbungsqualit\u00e4t besitzen, die Punkte an einer Stute zu verbessern, die ich verbessern m\u00f6chte. Er muss m\u00f6glichst \u00fcber Frischsamen und mit vertretbarem Kostenaufwand (Decktaxe, Versandkosten, Nebenkosten usw.) verf\u00fcgbar sein. Im Einzelfall nutzen wir auch Hengste \u00fcber TG-Samen, jedoch nur wenn ich einen Hengst unbedingt haben will und \u00fcber FS nicht bekommen kann.<br>Der Hengst selbst darf keine groben Fehler haben. Weder im Fundament noch im Bewegungsablauf. Wenn ein Hengst extrem gute Punkte hat und diese auch sicher vererbt, dann gehe ich mit kleinen Schw\u00e4chen auch mal Kompromisse ein. Es h\u00e4ngt jedoch immer von der Stute ab, was ich mir dann noch erlauben kann. Ich selbst setze gerne junge, noch unbekannte Hengste auf durchgez\u00fcchtete, sichere Stuten ein. Wobei ich auch immer wieder auf sogenannte \u201eAlthengste\u201c mit zur\u00fcckgreife.<br>\u00dcber allen Kriterien steht bei mir der Charakter und die Umg\u00e4nglichkeit eines Hengstes. F\u00fcr dieses Kriterium nehme ich mir sehr viel Zeit bei der Auswahl eines neuen Hengstes.<br>Ebenfalls ist der Bewegungsablauf beim ungezwungenen Freilaufen ein f\u00fcr mich wichtiges Kriterium. Wenn ich dann auch noch den Hengst unter dem Sattel sehen kann, dann w\u00e4re das ideal. Dieser Punkt kann jedoch von den wenigsten Hengsthaltern erf\u00fcllt werden. Das ist bedauerlich und zwingt mich leider immer wieder zu Kompromissen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Wo finden Sie Informationen \u00fcber geeignete Hengste und deren (nachvollziehbare, nachgewiesene) Leistung?<\/em><\/strong><br><strong>B. Z.: <\/strong>Indem wir uns sehr intensiv mit dem Zuchtgeschehen in der ganzen Welt besch\u00e4ftigen. Hier spielen die Schauen weltweit durchaus eine Rolle. Die Ergebnisse der wichtigen Schauen (insbes. auch Reitklassen in den USA) schaue ich mir schon an. Gerade Blutlinien und Hengste mit Vererbung in Show- und Reitklassen versuche ich zu finden und in unsere Zucht zu integrieren. Immer wieder gibt es solche Typen auch bei uns in Deutschland. Einer davon war der leider verstorbene El Mariachi.<br>Wenn ich trotz Recherche nichts finden kann, schreibe oder spreche ich die Hengsthalter oder Z\u00fcchterkollegen, welche den Hengst genutzt haben, selbst an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Welche weiteren Probleme ergeben sich bei dieser &#8220;Partnerwahl&#8221;?<\/em><\/strong><br><strong>B. Z.:<\/strong> Das ist eine nahezu endlose Liste an Problemen, die wohl jeder Z\u00fcchter kennt. Wir bereiten uns auf jede Zuchtsaison sehr gewissenhaft und professionell vor. F\u00fcr jede Stute haben wir meist zwischen 2 und 4 Hengste in der engeren Auswahl. Zu Beginn der Zuchtsaison schrumpfen die M\u00f6glichkeiten meist sehr schnell zusammen:<br>* Hengste werden verkauft oder verpachtet<br>* Spermaqualit\u00e4t ist nicht immer dauerhaft vorhanden (hier gibt es viele Gr\u00fcnde)<br>* Hengste werden krank und stehen nicht zur Verf\u00fcgung<br>* Hengste gehen pl\u00f6tzlich auf Schau oder Turnier und sollen nicht mehr decken<br>* Es stehen pl\u00f6tzlich keine Boxen (mehr) f\u00fcr Fremdstuten zur Verf\u00fcgung<br>* Dem Besitzer f\u00e4llt urpl\u00f6tzlich ein, keine Fremdstuten mehr zu decken oder er verdoppelt \u00fcber Nacht die Decktaxe<br>Zur Wahrheit geh\u00f6rt aber auch, dass die Probleme nicht nur auf der Hengstseite sind. Aus Sicht eines Hengsthalters ergeben sich mindestens ebenso viele Probleme im Hinblick auf die Stuten\/Stutenhalter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Welchen Tip aus Sicht des Stutenbesitzers w\u00fcrden Sie Ihren Z\u00fcchterkollegen in Bezug auf Vermarktung eines &#8220;Leistungshengstes&#8221; geben?<\/em><\/strong><br><strong>B. Z.:<\/strong> Nach meiner bisherigen Erfahrung w\u00e4re ich mit einem Rat sehr vorsichtig, einen Leistungshengst zu vermarkten bzw. viel Geld in die Vermarktung zu investieren. Wir hatten in der Vergangenheit sehr gute Leistungshengste in Deutschland, die nicht genutzt wurden. An der Vermarktung und an der Bekanntheit der Hengste kann es nicht gelegen haben.<br>Daher w\u00fcrde ich auf jeden Fall raten, einen guten Hengst weiterhin reiterlich zu f\u00f6rdern und auch auf Turniere o.\u00c4. zu gehen. Die Erwartungshaltung an den schnellen Erfolg als Deckhengst w\u00fcrde ich jedoch d\u00e4mpfen. Der Weg zum Erfolg als Zuchthengst ist dann doch sehr lange, zeit- und kostenintensiv. Die Erfahrung zeigt, dass sehr oft erst durch die Erfolge der Nachzucht ein gewisses Interesse an einem Hengst vorhanden ist. Die Hengste haben dann meist das Ende ihrer Karriere erreicht, bis sie als gute Reitpferde- oder Leistungsvererber bemerkt werden.<br>Hier sehe ich zum Beispiel solche Hengste wie Pamir I, Pamour, Dahab, Mosri Al Dahab, El Mariachi, Period oder Kamerton, die erst im hohen Alter oder gar \u201eposthum\u201c als Leistungshengste erkannt werden.<br>Aber im Grundsatz gilt es, Z\u00fcchterkollegen bei diesen Bem\u00fchungen zu unterst\u00fctzen und sofern es z\u00fcchterisch passt, auch solchen Hengsten eine Chance als Vererber zu geben.<br><strong><em>ITF: Letztendlich will der Pferdek\u00e4ufer ein rittiges Pferd, das angenehm im Umgang ist. Wie kann man unter den Z\u00fcchtern daf\u00fcr mehr Bewu\u00dftsein schaffen, auch wenn es sich nicht direkt in &#8220;Heller und Pfennig&#8221; auszahlt?<\/em><\/strong><br><strong>B. Z.: <\/strong>Das ist sicherlich ein sehr langer Prozess, welcher auch gesteuert werden muss. Hierf\u00fcr ist ein Zuchtverband zust\u00e4ndig. Aber die Mitglieder m\u00fcssen das auch wollen und die \u201eOffiziellen\u201c mit einem klaren Mandat zur Umsetzung ausstatten. Hier dreht sich das Ganze dann etwas im Kreis. Es ist sicherlich unstrittig, dass verschiedene Formen von Leistungspr\u00fcfung bei Stuten und Hengsten langfristig zur Verbesserung der Rasse im Hinblick auf die Gesundheit, Langlebigkeit, Rittigkeit und Charakterfestigkeit beitragen. Dies setzt aber voraus, dass wir uns alle einig sind, dass das Arabische Pferd in erster Linie ein Reitpferd ist und wir diese Pferde in erster Linie auch f\u00fcr diese Nutzung z\u00fcchten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Welche Vorschl\u00e4ge h\u00e4tten Sie an den Zuchtverband zur F\u00f6rderung der Zucht arabischer Reitpferde?<\/em><\/strong><br><strong>B. Z.:<\/strong> Aus meiner Zeit im Vorstand des VZAP kenne ich viele Diskussionen um das Thema. Es geht im Grundsatz immer um die Frage, weshalb bevorzugt man eine Gruppe der Mitglieder und mit welcher Begr\u00fcndung. Das ist im Grundsatz auch richtig. Aber wenn ein Zuchtverband den Araber als Reitpferd f\u00f6rdern m\u00f6chte, muss man f\u00f6rdern und fordern. An Zusch\u00fcsse oder \u00c4hnliches m\u00fcssen immer auch Bedingungen gekoppelt sein, um es der Gemeinschaft (Mitglieder), welche daf\u00fcr bezahlt, auch vermitteln zu k\u00f6nnen.<br>Aber konkret: Das Turnier in Aachen hat sich sehr gut entwickelt und ist ein fester Bestandteil dieser F\u00f6rderung. Das ist jedoch eindeutig zu wenig.<br>Ein wichtiger Punkt w\u00e4re f\u00fcr mich, dass wir insgesamt in der Lage sind, Messen mit gut gemachten Schaubildern mit gerittenen Pferden zu besuchen. Hier kann der Verband langfristig steuern und im Sinne aller Mitglieder Schaubilder f\u00f6rdern. Hier haben alle Z\u00fcchter etwas davon, wenn auf der EQUITANA oder kleineren Messen gut gerittene Araber vorgestellt werden. Das ist eine langfristige Aufgabe, kostet viel Zeit und auch Geld (Transportzusch\u00fcsse usw.). Wir haben verstreut \u00fcber ganz Deutschland durchaus gut gerittene Pferde. Zu diesem Thema ein Konzept zu erarbeiten, zu steuern und f\u00f6rdern, das kann mit gutem Willen ein Zuchtverband durchaus leisten. F\u00fcr die Au\u00dfendarstellung unseres Zuchtverbandes und des Arabischen Pferdes insgesamt w\u00e4re dies aus meiner Sicht ein wichtiger Schritt.<br>Die Teilnahme an Turnieren und Distanzritten sehe ich zun\u00e4chst erst mal in der Hand der Z\u00fcchter und Reiter. Das muss aus meiner Sicht jeder f\u00fcr sich selbst entscheiden.<br>Jedoch k\u00f6nnte die F\u00f6rderung von Leistungspr\u00fcfungen (bestandene Pr\u00fcfungen) ebenfalls ein Ansatz sein. Die VZAP-Sportpferdeplaketten sind bereits ein hervorragendes Instrument zur Motivation und F\u00f6rderung. Neben der Plakette eine finanzielle Anerkennung f\u00fcr die Arbeit und M\u00fche, auch zur F\u00f6rderung des Sports, w\u00e4re ein denkbarer Ansatz.<br>Wenn man wirklich den Sport mit dem Arabischen Pferd f\u00f6rdern m\u00f6chte, muss der aktuelle Vorstand in manchen Punkten auch mal alte Denkmuster ablegen und mit Mut \u00fcber seinen Schatten springen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Die Zahlen der Fohlengeburten zeigen seit langem deutlich nach unten, dies wird vermutlich durch die Corona-Krise noch beschleunigt werden. Nun liegt in jeder Krise auch eine Chance &#8211; worin liegt Ihrer Meinung nach die Chance in dieser Krise f\u00fcr das Arabische Pferd?<\/em><\/strong><br><strong>B. Z.:<\/strong> Ich kann aktuell als Ergebnis dieser Krise noch keine Chance f\u00fcr den Markt Arabischer Pferde erkennen. Arabische Pferde sind mehr noch wie fast alle anderen Pferde purer Luxus. Auch ist die Corona-Krise global und verschont keine M\u00e4rkte, auch nicht in anderen L\u00e4ndern. Als Prognose sehe ich eine Fortsetzung bzw. Verst\u00e4rkung der bisherigen Entwicklungen, sowohl in Deutschland als auch weltweit. Es wird eine weitere Konzentration auf aktuell \u201eerfolgreiche und bekannte\u201c Linien erfolgen. Parallel l\u00e4uft weltweit die Suche nach sehr guten Hengsten als genetische Alternative. Hier ergeben sich sicherlich M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Z\u00fcchter mit Mut und Weitblick.<br>Jeder einzelne Z\u00fcchter wird in dieser Situation seinen Stutenbestand pr\u00fcfen und in der Regel nur mit Stuten zu z\u00fcchten, welche einen Zuchtfortschritt gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen. Das werden die meisten Z\u00fcchter verantwortungsvoll auch tun, was mittelfristig zu einer Verbesserung der Zucht f\u00fchren kann. Insofern kann man der Gesamtsituation auch Positives abgewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Besten Dank f\u00fcr dieses Interview und weiterhin viel Freude an Ihren Pferden.<\/em><\/strong><br><em>Die Fragen stellte Gudrun Waiditschka<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bernd Zimmermann &#8211; Gest\u00fct Amurath Seit 1992 z\u00fcchten Bernd und Gabriele Zimmermann Vollblutaraber auf ihrem Gest\u00fct Amurath. Nicht zuletzt dank seiner fr\u00fcheren T\u00e4tigkeit als Vorstandsmitglied im Araberzuchtverband (VZAP) hat Bernd Zimmermann einen umfassenden Eindruck davon, was man in Hinblick auf den Araber als Freizeit- und Sportpferd als Z\u00fcchter und als Verband tun m\u00fc\u00dfte. Bernd ZimmermannFoto: &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/2020\/10\/gedanken-zur-pferdezucht-und-vermarktung-i\/\">Continue reading<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":18331,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,4,234],"tags":[],"class_list":["post-18324","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news","category-food-for-thought","category-no-3-2020-vol-23","item-wrap"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"en","enabled_languages":["de","en"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18324","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18324"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18324\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18330,"href":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18324\/revisions\/18330"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18331"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18324"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18324"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18324"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}