{"id":18723,"date":"2021-01-19T15:44:36","date_gmt":"2021-01-19T14:44:36","guid":{"rendered":"https:\/\/in-the-focus.com\/?p=18723"},"modified":"2021-01-19T15:49:00","modified_gmt":"2021-01-19T14:49:00","slug":"rappenzucht-doris-melzer-gestuet-al-azim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/2021\/01\/rappenzucht-doris-melzer-gestuet-al-azim\/","title":{"rendered":"Rappenzucht &#8211; Doris Melzer, Gest\u00fct Al Azim"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#dd9933;font-size:18px\"><strong>\u201eGerittene Pferde k\u00f6nnte ich immer verkaufen, die werden st\u00e4ndig nachgefragt&#8221;, sagt Doris Melzer. Und sie mu\u00df es wissen, denn sie z\u00fcchtet schon seit \u00fcber 30 Jahren Pferde f\u00fcr den Distanzsport. Ihr Marketing ist dabei ganz \u201eeinfach&#8221;: Sie reitet Ihre Pferde selbst im Wettbewerb, wo die Pferde Werbung f\u00fcr sich und ihre Zucht machen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"434\" src=\"https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Kharim-8553-CNm53MB-600px.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18725\" srcset=\"https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Kharim-8553-CNm53MB-600px.jpg 600w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Kharim-8553-CNm53MB-600px-300x217.jpg 300w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Kharim-8553-CNm53MB-600px-150x109.jpg 150w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Kharim-8553-CNm53MB-600px-553x400.jpg 553w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Al Kharim Al Azim mit Doris Melzer<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>IN THE FOCUS: Frau Melzer, Sie z\u00fcchten seit 20 Jahren \u00e4gyptische Rappen \u2013 warum haben Sie sich f\u00fcr \u00c4gypter entschieden und warum f\u00fcr Rappen?<br><\/em>Doris Melzer:<\/strong> Im Prinzip mag ich Pferde aller Rassen und aller Farben und auch aller verschiedenen arabischen Zuchtrichtungen. Aber \u00e4gyptische Pferde \u00fcbten schon immer eine Faszination auf mich aus. Ich habe jahrelang durch die Fotografie auf Schauen viele Araber gesehen und da haben mich Pferde wie z. B. ein Al Lahab oder ein Simeon Sadik sofort begeistert.<br>Wir kennen ja alle den Spruch \u201eEin gutes Pferd hat keine Farbe\u201c und das ist auch richtig so, aber wenn ich z. B. die Wahl zwischen einem Fuchs und einem Rappen von gleicher Qualit\u00e4t h\u00e4tte, w\u00fcrde ich immer das schwarze Pferd w\u00e4hlen. Mein erstes Pferd war eine schwierige Shagya-Fuchsstute und die stieg bis zum \u00dcberschlag. Sp\u00e4ter hatte ich Pech mit einem Fuchswallach. Aber die Rappen haben mir immer Gl\u00fcck gebracht.<br>Wenn ich irgendwo eine Farm mit 100 Hektar und vielen Helfern h\u00e4tte, w\u00fcrde ich vielleicht viele Pferde verschiedener Rassen und aller Farben halten, aber hier in Deutschland ist Weideland doch etwas begrenzter und auch teurer und das ist auch gut so, denn so halte ich meine Zucht seit Jahren in kleinem Rahmen und habe dadurch auch Zeit, mich um jedes einzelne Pferd liebevoll zu k\u00fcmmern. Und dadurch habe ich mich auf das spezialisiert, was mir am meisten liegt und am besten gef\u00e4llt: \u00c4gypter mit Wander- und Distanzpferde-Eignung und nach M\u00f6glichkeit in schwarzer Farbe. Ich fotografiere ja lieber Schimmel und F\u00fcchse, aber die Rappen haben schon als Kind mein Herz erobert. Ich habe als Kind Draht zu Pferdefiguren geformt und mit bunter Wolle umwickelt und der Rappe stellte immer den sch\u00f6nsten Herdenhengst dar, der \u00fcber \u201eBerg und Tal\u201c stolz voranging. Vielleicht habe ich ja auch zu viele Filme mit Black Beauty und Co. gesehen \u2026<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"432\" src=\"https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Shahrima-Al-Azim_4589C-600px.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18726\" srcset=\"https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Shahrima-Al-Azim_4589C-600px.jpg 600w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Shahrima-Al-Azim_4589C-600px-300x216.jpg 300w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Shahrima-Al-Azim_4589C-600px-150x108.jpg 150w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Shahrima-Al-Azim_4589C-600px-556x400.jpg 556w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Nachwuchsstute Al Shahrima Al Azim (Al Kharim Al Azim \/ Al Shahrika Al Azim) *2017 verk\u00f6rpert die Zucht von Doris Melzer in dritter Generation.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Und trotzdem war ihr erstes \u201eHerzenspferd\u201c, der Hengst Al Azim, der bereits 1986 zu Ihnen kam, kein \u00c4gypter. Warum haben Sie danach die Zuchtrichtung gewechselt?<\/em><\/strong><br><strong>D. Z.: <\/strong>Weil ich schon immer \u00c4gypter z\u00fcchten wollte und Al Azim war ja auch schon \u00fcberwiegend \u00e4gyptisch, einerseits \u00fcber seinen Vater El Abd und auch m\u00fctterlicherseits \u00fcber Kaisoon und Ghazal.<br><br><strong><em>ITF: Sie waren jahrzehntelang selbst im Distanzsport aktiv, bis hin zu dem legend\u00e4ren Ritt Wien-Budapest \u2013 300 km in 3 Tagen. Was macht f\u00fcr Sie den Reiz dieser Sportart aus, und warum ist der Araber daf\u00fcr pr\u00e4destiniert?<\/em><\/strong><br><strong>D. M.: <\/strong>Der Reiz des Distanzreitens liegt f\u00fcr mich darin, dass man ganz lange und intensiv mit seinem Pferd zusammen ist, mit ihm einen ganzen Tag oder mehrere Tage auf einem Wettbewerb bei m\u00f6glicherweise Wind und Wetter in verschiedenstem Gel\u00e4nde durch \u201edick und d\u00fcnn\u201c geht, und dass das Pferd dann kein \u201eSportger\u00e4t\u201c ist, sondern ein echter Partner, ein vierbeiniger Freund, auf den man sich verlassen kann. Um anzukommen, muss man verstehen, was er braucht, was ihm gut bekommt und was eventuell nicht, man lernt sein Pferd auf so langen Strecken immer besser kennen und lernt auf es zu achten, man bildet ein Team mit seinem Pferd und wenn man mal so weit ist, w\u00fcrde man es auch nie mehr hergeben. Das Distanzreiten schwei\u00dft einfach Mensch und Pferd zusammen. Ich habe 12.000 Distanzkilometer erfolgreich geritten, darunter der legend\u00e4re Ritt Wien-Budapest, 300 km in 3 Tagen, dar\u00fcber hinaus das Zig-fache an Trainingskilometern. Ich m\u00f6chte keinen Kilometer davon missen und reite auch derzeit t\u00e4glich, mindestens aber 3-mal die Woche, mit meinem Al Kharim Al Azim durchs Gel\u00e4nde.<br>Der Araber ist durch seine menschenbezogene Art und durch seine Lauffreudigkeit und seine meist guten Werte daf\u00fcr pr\u00e4destiniert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Was mu\u00df ein Pferd mitbringen, um ein gutes Distanzpferd zu werden?<\/em><\/strong><br><strong>D. M.:<\/strong> Gute Beine, gute Hufe, gute Sattellage, also insgesamt ein gutes Geb\u00e4ude und Fundament. Dazu elastische Bewegungen, Trittsicherheit, Lauffreude und Robustheit. Guter Charakter und ein m\u00f6glichst ausgeglichenes Nervenkost\u00fcm, dem Fahrten, fremde Gegenden, fremde Eindr\u00fccke nichts oder wenig ausmachen. Ein Pferd, das \u00fcberall zuhause ist und sich auch in den Pausen gut erholt und fri\u00dft und s\u00e4uft. Vieles kann man auch beibringen und eine gewisse Routine kommt ja bei vielen Pferden auch im Laufe der Zeit. Eine robuste Aufzucht in der Herde mit abwechslungsreichen Weiden, die gro\u00df genug sind und viel Bewegungsanreiz bieten, sind vorteilhaft. Wir haben z. B. h\u00fcgelige Odenwaldbergwiesen, da gibt es steinige Fl\u00e4chen und auch mal leicht sumpfige Stellen und da sind Steilh\u00e4nge drin, die nicht einmal mit einem Traktor befahrbar sind und wo man als Mensch quasi nur auf allen \u201eVieren\u201c hochkrabbeln kann. Ein Bachlauf muss auf einer Wiese auch immer \u00fcberquert werden, sodass die Pferde von Anfang an auch an Gel\u00e4ndeschwierigkeiten gew\u00f6hnt sind und nicht einfach nur auf flachen Wiesen ohne Hindernisse aufwachsen. Die Fohlen werden bei uns vom ersten Tag an aufgehalftert und m\u00fcssen dann auch bald hinter der Mutter her durch den Ort, durch den Verkehr, auf andere Weiden gef\u00fchrt werden. Dadurch sind sie bereits in zartem Alter an einiges gew\u00f6hnt.<br>Aber es gibt nat\u00fcrlich, wie \u00fcberall im Pferdesport, Ausnahmen, die keine guten Voraussetzungen mitbringen und trotzdem laufen \u201ewie die Weltmeister\u201c.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Azim-Black-Arabians-Stutenherde-7843CNm-600px.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18727\" srcset=\"https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Azim-Black-Arabians-Stutenherde-7843CNm-600px.jpg 600w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Azim-Black-Arabians-Stutenherde-7843CNm-600px-300x200.jpg 300w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Azim-Black-Arabians-Stutenherde-7843CNm-600px-150x100.jpg 150w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Al-Azim-Black-Arabians-Stutenherde-7843CNm-600px-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Eine robuste Aufzucht in der Herde mit abwechslungsreichen Weiden, die gro\u00df genug sind und viel Bewegungsanreiz bieten sind f\u00fcr die Zucht von Distanzpferden vorteilhaft. Auf dem Gest\u00fct Al Azim stehen den Pferden h\u00fcgelliege Odenwaldbergwiesen zur Verf\u00fcgung mit Steilh\u00e4ngen, steinigen Fl\u00e4chen und auch leicht sumpfigen Stellen.<br>Alle Fotos: Doris Melzer<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Mit Kudaira Nuri Ibn Salaam haben Sie einen weiteren Rapphengst in der Zucht eingesetzt, diesmal ein \u00c4gypter. Sein Sohn Al Kharim Al Azim ist ein weiteres Lieblingsreitpferd von Ihnen. Worin waren sich Al Kharim und Al Azim \u00e4hnlich, und worin haben sie sich unterschieden?<\/em><\/strong><br><strong>D. M.: <\/strong>Al Kharim Al Azim ist das Pferd, das Al Azim am n\u00e4chsten kommt. Beide sind vom Charakter, von der Leistung, von der Zuverl\u00e4ssigkeit, von der Reiteigenschaft sehr \u00e4hnlich. Sie standen nachts Box an Box und tags Koppel an Koppel und wurden zusammen ausgeritten und waren echte Freunde. Als Al Azim starb, trauerte Al Kharim um ihn, wir litten gemeinsam.<br>F\u00fcr mich ist Al Kharim eine Weiterentwicklung, ein Zuchtfortschritt, er ist typvoller, hat eine viel bessere Halsung und ist insgesamt ausdrucksvoller. Er hat raumgreifendere, elastischere G\u00e4nge und er vererbt sich besser. Al Kharim ist international viel gefragter und hat Nachkommen in vielen L\u00e4ndern Europas, in Amerika und in arabischen L\u00e4ndern.<br>F\u00fcr mich stand immer fest, weder Al Azim noch Al Kharim, keinen von beiden h\u00e4tte ich je hergegeben, nicht f\u00fcr alle Sch\u00e4tze der Welt, und gute Angebote gab es. Und Al Kharim werde ich hoffentlich noch viele Jahre haben, er ist ja noch jung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Beide Hengste hatten gro\u00dfen Zulauf auch von Seiten anderer Z\u00fcchter, was heute eher die Ausnahme ist. Worauf begr\u00fcndete sich ihre Popularit\u00e4t?<\/em><\/strong><br><strong>D. M.:<\/strong> Al Azim war in seinen jungen Jahren als gek\u00f6rter und rennbahngepr\u00fcfter Hengst mit seinen sportlichen Leistungen schon eher eine Rarit\u00e4t. Auch Al Kharim Al Azim tritt als gek\u00f6rter und leistungsgepr\u00fcfter Vollblutaraber-Rapphengst in seine Fu\u00dfstapfen und viele Pferdeleute schauen ihn sich \u2013 nicht nur auf den Distanzritten \u2013 begeistert an. Da gibt es dann auch Empfehlungen von Reitern und z. B. Distanztier\u00e4rzten, die auch selbst zu Deckkunden wurden. Al Azim hat \u00fcber 6.000 Distanz-Kilometer zur\u00fcckgelegt, Al Kharim hat bisher \u00fcber 2.500 Kilometer erfolgreich absolviert, darunter auch seine Distanz-HLP. F\u00fcr einen Hengst ist es immer etwas schwieriger, auf Distanzritten unterwegs zu sein, als es z.B. f\u00fcr einen Wallach oder eine Stute ist. Al Kharim hat 5 VZAP-Sportplaketten, 4 silberne und eine goldene, erhalten und er war mehrere Jahre in der VZAP-Distanzstatistik bester Hengst. Aber auch Stutenbesitzer, die mit Distanzreiten nicht viel anfangen k\u00f6nnen und einfach nur ein sch\u00f6nes Reitpferd f\u00fcr sich selbst z\u00fcchten wollen, entscheiden sich f\u00fcr Al Kharim, wenn sie ihn im Vergleich mit anderen Hengsten sehen. Dies Jahr kamen z.B. Belgier, die sich zuvor andere Hengste u.a. auch in Frankreich angeschaut haben, und entschieden sich f\u00fcr Al Kharim und holten sich dann pers\u00f6nlich sein Sperma auf der Station ab.<br>Es laufen auch schon einige Al-Kharim-T\u00f6chter und -S\u00f6hne erfolgreich auf Distanzritten, so stand nicht nur seine Tochter Al Karima Al Azim schon ein paarmal in der Statistik, sie hat auch bereits eine silberne Sportplakette erreicht. Auch sein Sohn, der Hengst Al Ameer Ibn Al Kharim und die Shagya-Stute Sharima und Al Malika Al Azim laufen Distanzen. In D\u00e4nemark, England, Frankreich, Schweden und in der Schweiz sind auch Nachkommen von Al Kharim erfolgreich auf Distanzritten unterwegs. Im Distanzsport dauert es halt viele Jahre, bis erste Erfolge m\u00f6glich sind und es ist daher f\u00fcr einen Z\u00fcchter und Hengsthalter am zeitaufwendigsten, f\u00fcr diese Disziplin zu z\u00fcchten. Man braucht schon einen sehr langen Atem.<br><br><strong><em>ITF: Man sagt ja gemeinhin, dass die Stuten die Leistungstr\u00e4ger sind. K\u00f6nnen Sie uns einige Ihrer besten Leistungslinien vorstellen?<\/em><\/strong><br><strong>D. M.:<\/strong> Ehrlich gesagt habe ich es nicht so explizit mit den Stutenlinien. Wenn \u00fcberhaupt, dann w\u00fcrde ich sagen, die Linie, die auf die Rodania (bei den \u00c4gyptern) zur\u00fcckgeht, k\u00f6nnte f\u00fcr eine Leistungslinie stehen. Ich habe es vielleicht eher mit den Hengstlinien, auch wenn mir schon klar ist, dass der gr\u00f6\u00dfere Anteil der Vererbung, etwa 60 %, oft von den M\u00fcttern kommt. Aber ich denke, es kommt weniger auf eine Linie an sondern auf die jeweiligen Pferde, die man nach Geb\u00e4ude, G\u00e4ngen, Charakter etc. miteinander paart, und die schaue ich mir schon sehr genau an, nicht nur die Eltern, sondern mindestens auch die Gro\u00dfeltern. Ich denke da schon auch in Generationen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Wieviele Fohlen haben Sie in Ihrem Leben gez\u00fcchtet, und wo und wie finden Sie K\u00e4ufer f\u00fcr Ihre Fohlen bzw. Pferde?<\/em><\/strong><br><strong>D. M.:<\/strong> Ich denke, ich habe sch\u00e4tzungsweise zwischen 50 und 60 Fohlen gez\u00fcchtet, davon fallen allein 20 f\u00fcr Al Azim, 13 f\u00fcr Nuri und bisher 10 f\u00fcr Al Kharim Al Azim an.<br>Die K\u00e4ufer kommen in der Regel von selbst zu mir. Zum einen durch Empfehlungen von anderen Pferdeleuten und dann sind es auch Deckkunden, Z\u00fcchter und Reiter, die schon ein Pferd aus unserer Zucht haben oder von einem unserer Hengste. Ich habe z. B. grade vor Kurzem ein Al-Kharim-Al-Azim-Hengstfohlen an eine Zucht verkauft, wo man schon eine J\u00e4hrlingsstute von Al Kharim Al Azim besitzt und davon ganz begeistert ist, und z. B. eine Distanzreiterin, die schon lange eine Al-Azim-Tochter reitet, hat jetzt im November eine Al-Kharim-Al-Azim-Tochter gekauft, ebenfalls ein J\u00e4hrlingsst\u00fctchen. Gerittene Pferde k\u00f6nnte ich immer verkaufen, die werden st\u00e4ndig nachgefragt, aber so viele Pferde habe ich gar nicht, denn ich z\u00fcchte ja nur in kleinem Rahmen, so 2 bis 3 Fohlen im Jahr, und die Stuten bleiben meistens im Wechsel leer. Die Nachzucht wird \u00fcberwiegend als Fohlen oder Jungpferd verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Die von Ihnen gez\u00fcchtete Al Alysha Al Azim hat in den Jahren 2013 \u2013 2019 die meisten Sportpferdeplaketten unter den Distanzpferden errungen, ihr Vater Kudaira Nuri Ibn Salaam war der beste Vererber in dieser Auswertung. Die Sportpferdeplakette ist eine M\u00f6glichkeit, auf die sportlichen Leistungen der Pferde aufmerksam zu machen. Was sollte Ihrer Meinung nach von den verschiedenen Akteuren der Araberszene (Verband, Medien, Z\u00fcchter, Besitzer) noch getan werden, um den Araber als Reitpferd zu f\u00f6rdern?<\/em><\/strong><br><strong>D. M.: <\/strong>Die Sportpferdeplaketten sind eine gute Entscheidung zur F\u00f6rderung des gerittenen Arabers, vor allem weil es egal ist, ob die Reiter oder Reiterinnen Verbandsmitglieder sind oder nicht. Die einzelnen Pferde sollten mit Fotos und zumindest etwas Beschreibung mehr ins Licht der \u00d6ffentlichkeit ger\u00fcckt werden und nicht blo\u00df als n\u00fcchterne Liste dargestellt werden.<br>Die j\u00e4hrliche Distanzpferde-Statistik des VZAP basiert meines Erachtens auf einem falschen Prinzip. Da m\u00fcssen die Reiter erst mal Mitglied im Zuchtverband werden und Beitrag bezahlen, um mit ihrem Distanz-Araber teilnehmen zu d\u00fcrfen!! Ich kenne etliche, die deshalb die Erfolge ihrer Pferde nicht zur Auswertung schicken. Das ist so schade! Der Zuchtverband sollte sich \u00fcber jedes arabische Pferd freuen und \u00fcber jeden Reiter, der mit seiner Teilnahme Werbung f\u00fcr die Zucht des Arabers als Reitpferd macht, und dies bedingungslos f\u00f6rdern und nicht erst einen Mitgliedsantrag unter die Nase halten. Dies ist ein Zuchtverband und die Wertung sollte ausschlie\u00dflich nach der Pferdeleistung erfolgen und nicht nach der Reiterleistung. Das f\u00fchrt dann zu so kuriosen Platzierungen, indem ein Araber z.B. mit einem Reiter auf einem der mittleren Pl\u00e4tze landet und das gleiche Pferd dann im letzten Drittel noch mal mit einem oder mehreren anderen Reitern erscheint. W\u00fcrde die Wertung allein nach der Pferdeleistung gehen, k\u00f6nnte dieses Pferd vielleicht ganz vorne unter den Top Ten stehen. Und diese Pferde sollte man dann nicht auf der Seite suchen m\u00fcssen, sondern sie sollten prominent und gut sichtbar gezeigt und belohnt werden. Ehrenpreise, Schleifen und Urkunden etc. finde ich dabei viel besser als Geldpreise, die hier an die Top Ten gezahlt werden. Das w\u00e4re auch ein Anreiz f\u00fcr Z\u00fcchter und Besitzer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: In welchen Einsatzbereichen sehen Sie die Zukunft des Vollblutarabers?<\/em><\/strong><br><strong>D. M.:<\/strong> Ganz klar als Reitpferd f\u00fcr alle Arten der Freizeitreiterei, insbesondere f\u00fcrs Wander- und Distanzreiten. In keiner anderen Pferdesportart liegt der Araber so klar in der \u00dcberzahl wie im Distanzreiten. Hier ist er in seinem Element und in keiner anderen Reitsportart ist er gegen andere Pferderassen so stark und so erfolgreich vertreten wie im Distanzreitsport, ob bei kurzen, mittleren oder langen Distanzen oder bei internationalen Wettbewerben bis hin zur Weltmeisterschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>ITF: Besten Dank f\u00fcr dieses Interview und weiterhin viel Erfolg auf der langen Strecke!<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das Interview f\u00fchrte Gudrun Waiditschka<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGerittene Pferde k\u00f6nnte ich immer verkaufen, die werden st\u00e4ndig nachgefragt&#8221;, sagt Doris Melzer. Und sie mu\u00df es wissen, denn sie z\u00fcchtet schon seit \u00fcber 30 Jahren Pferde f\u00fcr den Distanzsport. Ihr Marketing ist dabei ganz \u201eeinfach&#8221;: Sie reitet Ihre Pferde selbst im Wettbewerb, wo die Pferde Werbung f\u00fcr sich und ihre Zucht machen. 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