{"id":21700,"date":"2023-03-09T09:05:48","date_gmt":"2023-03-09T08:05:48","guid":{"rendered":"https:\/\/in-the-focus.com\/?p=21700"},"modified":"2023-04-16T10:23:15","modified_gmt":"2023-04-16T08:23:15","slug":"wo-licht-ist-ist-auch-schatten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/2023\/03\/wo-licht-ist-ist-auch-schatten\/","title":{"rendered":"Wo Licht ist, ist auch Schatten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph\" style=\"color:#dd9933\"><strong><em>Eine Distanz-Weltmeisterschaft in der W\u00fcste, da hatten viele ein ungutes Bauchgef\u00fchl. Und wenn auch einiges besser lief als gedacht, starben doch wieder zwei Pferde an den Folgen des Ritts.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"390\" src=\"https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Riders-at-dawn-c-FEI-Jon-Stroud-600px.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21710\" srcset=\"https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Riders-at-dawn-c-FEI-Jon-Stroud-600px.jpg 600w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Riders-at-dawn-c-FEI-Jon-Stroud-600px-300x195.jpg 300w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Riders-at-dawn-c-FEI-Jon-Stroud-600px-150x98.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Riders at dawn &#8211; FEI Endurance World Championship<br>photo: FEI \/ Jon Stroud<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der doch recht kurzfristigen Verlegung der Distanz-Weltmeisterschaft von Italien in die Vereinigten Arabischen Emirate, war die Aufregung Ende letzten Jahres gro\u00df &#8211; ausgerechnet in die UAE, das Land, welches so einen schlechten Ruf im Distanzsport hat? Als dann klar wurde, dass die Reise nach Bouthieb (oder Budheeb) gehen sollte, legte sich die Aufregung etwas, in der Hoffnung, dass der \u201eGeist\u201c von Sheikh Sultan, dem Initiator eines pferdefreundlichen Distanzsports in den UAE, das Schlimmste verhindern m\u00f6ge.<br>Deutschland hatte f\u00fcnf Reiter\/Pferde-Paare zur Distanz-Weltmeisterschaft nach Bouthieb geschickt, von denen zwei die 160 km lange Strecke in Wertung absolvierten \u2013 eine tolle Leistung, auf die alle Beteiligten mit Recht stolz sein d\u00fcrfen: Ursula (Uschi) Klingbeil mit Aid du Florival lag in der Endwertung auf Platz 23, Michaela Kosel mit MK Crystal auf Platz 44 von 123 Startern aus 36 L\u00e4ndern!<br>Beste deutsche Reiterin bei dieser WM war also Ursula Klingbeil, ein \u201ealter Hase\u201c, da sie seit rund 30 Jahren national und international im Distanzsport aktiv ist, als Reiterin aber auch als Trainerin, FEI Tier\u00e4rztin und FEI Richterin (bis 2023); seit 2012 organisiert sie mit ihrem Team Klingbeil auch CEI\u2019s und CEN\u2019s. Mit ihrer 16-j\u00e4hrigen Vollblutaraberstute Aid du Florival aus franz\u00f6sischer Zucht konnte sie bereits die Weltmeisterschaft in Samorin 2016 mit dem 26. Platz beenden. Aid war unter Jule Klingbeil auch 2019 bei der Europameisterschaft in Euston Park dabei, wo das deutsche Team die Bronzemedaille holte. Dieser Erfolg hier \u201ein der W\u00fcste\u201c wird daher sicherlich als ein Highlight in Erinnerung bleiben.<br><strong><br>&#8220;In der Wertung&#8221; ist, was z\u00e4hlt!<\/strong><br>Michaela Kosel trat mit ihrem 13-j\u00e4hrigen Anglo-Araberhengst MK Crystal an, den sie selbst gez\u00fcchtet, ausgebildet und geritten hat \u2013 das k\u00f6nnen sicherlich nur die wenigsten der Teilnehmer von sich behaupten! Ihr bislang gr\u00f6\u00dfter Erfolg mit diesem Hengst war der 2. Platz im CEI*** \u00fcber 160 km in Samorin im letzten Jahr und ebenfalls ein 2. Platz \u00fcber 120 km 2021 in D\u00e4nemark. Der Hengst, der auch im Zuchteinsatz steht, ist au\u00dferdem gek\u00f6rt beim VZAP (2014) und ZSAA (2016), sowie leistungsgepr\u00fcft in Marbach (ZSAA 2015) \u2013 solche Pferde braucht die Zucht! Sein Vater ist der Vollblutaraber Nadeshnij, der dieses Jahr seinen 30. Geburtstag feiert, und ebenfalls im Besitz von Michaela Kosel steht.<\/p>\n\n\n-------------------------------------------------------------------------------------------------<\/br><\/p>\n<h3 style=\"font-size:150%; color:#fc0e02\"><strong>Der weitere Artikel ist nur f\u00fcr Online-Abonnenten sichtbar.<\/strong><\/h3>\n<p><\/br>Bitte loggen Sie sich ein, wenn Sie schon Abonnent sind: <a href=\"http:\/\/in-the-focus.com\/de\/member-login-3\/\"><strong>Login-Seite<\/strong><\/a><\/br><\/br>Bitte gehen Sie zum Shop, wenn Sie Abonnent werden wollen: <a href=\"http:\/\/in-the-focus.shop\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Shop-Seite<\/strong><\/a><\/br><br \/>\nDas Online-Abo kostet 20 \u20ac f\u00fcr 1 Jahr<\/br><br \/>\n-------------------------------------------------------------------------------------------------\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-background wp-block-paragraph\" style=\"background-color:#e3e3e3\"><strong>Kommentar<\/strong><br>Nun ist es also doch wieder passiert! Auch wenn sich kein Pferd auf der Strecke die Beine gebrochen hat, wie seiner Zeit Splitters Creek Bundy, so sind doch zwei Pferde nach dem Ritt (vermutlich) an den Folgen der (\u00dcber-)Anstrengung gestorben.<br>Schon bald nach dem Ritt wurde von \u201eClean Endurance\u201c auf die hohe Ausfallquote von rund zwei Drittel der Pferde hingewiesen. Nun kann dies bedeuten, dass die Tier\u00e4rzte die Pferde besonders gr\u00fcndlich und kritisch \u00fcberpr\u00fcft haben, oder aber, dass die Pferde (zu) h\u00e4ufig bis ans Limit geritten wurden. Ebenfalls zu Stirnrunzeln haben zwei F\u00e4lle von \u201efail to complete\u201c im 5. bzw. 6. Loop gef\u00fchrt, wobei man hier nicht immer vom Schlimmsten ausgehen mu\u00df, denn wenn ein Reiter unterwegs auf einem Loop merkt, dass das Pferd nicht mehr recht vorw\u00e4rts will, ist es besser auf dem Loop abzubrechen, als noch bis zum n\u00e4chsten Gate weiterzureiten. Zumindest in einem Fall wurde das Pferd sp\u00e4ter am Flughafen bei der Heimreise gesehen.<br>In den beiden konkreten F\u00e4llen, wo die Pferde innerhalb von 12 bzw. 72 Stunden nach dem Ritt gestorben sind \u2013 was sehr nach einem \u201eErsch\u00f6pfungssyndrom\u201c (exhausted horse syndrome) aussieht &#8211; hilft kein Wegsehen oder Relativieren. So etwas darf nicht mit dieser traurigen Regelm\u00e4\u00dfigkeit an der wichtigsten Veranstaltung, einer WM, passieren. Dieser Sport verliert zunehmend seine Akzeptanz nicht nur innerhalb der Distanzreiter Community, sondern vor allem im restlichen Reitervolk und der breiten Bev\u00f6lkerung, wenn die Akteure nicht endlich akzeptieren, dass Geld (und Ruhm und Ehre) die falschen Ratgeber sind, wenn es darum geht, vom Partner Pferd H\u00f6chstleistungen zu fordern. Dieser Sport kann nur \u00fcberleben, wenn ein Umdenken stattfindet und statt \u201eh\u00f6her, schneller, weiter\u201c das Pferd mit der besten Kondition gewinnt, so wie Sh. Sultan, der leider zu fr\u00fch verstorben ist, um sein Werk zu vollenden, den Weg bereitet hat: Bei \u201cseinen\u201d Ritten wird das Pferd mit der besten Kondition belohnt \u2013 und das ist der springende Punkt! Um dies zu erreichen, wurde u.a. die H\u00f6chstgeschwindigkeit auf 20 km\/h festgesetzt (und mittels GPS kontrolliert), und der Puls durfte h\u00f6chsten 56 bpm betragen an allen Vetgates (dieser Wert kann auch dem Ritt entsprechend modifiziert werden).<br>An dieser Stelle sei ausdr\u00fccklich das deutsche Team gelobt, das alle seine Pferde wieder heil nach Hause gebracht hat, auch wenn sie teilweise nicht in der Wertung blieben. Aid du Florival h\u00e4tte auch unter &#8220;Bouthieb-Regeln&#8221; bestanden, der Goldmedaillengewinner hingegen nicht, denn zum einen war er insgesamt zu schnell unterwegs, zum anderen w\u00e4re er wegen zu hoher Pulswerte ausgeschieden &#8211; aber ein ruhigeres Tempo h\u00e4tte wohl auch zu niedrigeren Pulswerten gef\u00fchrt und insbesondere der Endspurt auf der Zielgeraten war unter physiologischen Gesichtspunkten mehr als nur kritisch zu sehen; so etwas w\u00fcrde durch die Bouthieb-Regeln ausgeschlossen &#8211; und das w\u00e4re gut so!<br>Wenn Distanzreiten als Hochleistungssport eine Zukunft haben soll, mu\u00df sich dringend etwas \u00e4ndern. Das Image ist mittlerweile schon so stark besch\u00e4digt, da\u00df nur eine 180\u00b0-Kehrtwende &#8211; also weg von &#8220;h\u00f6her, schneller, weiter&#8221; hin zu &#8220;Best Condition&#8221; &#8211; noch etwas retten kann, das dauernde Herumdoktern an Symptonen f\u00fchrt nicht zum Ziel. <br>-gw-<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Distanz-Weltmeisterschaft in der W\u00fcste, da hatten viele ein ungutes Bauchgef\u00fchl. Und wenn auch einiges besser lief als gedacht, starben doch wieder zwei Pferde an den Folgen des Ritts. 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