{"id":2620,"date":"2015-03-15T00:01:11","date_gmt":"2015-03-15T06:01:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.in-the-focus.com\/magazine\/?p=2620"},"modified":"2015-03-15T00:01:11","modified_gmt":"2015-03-15T06:01:11","slug":"arabische-leistungslinien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/2015\/03\/arabische-leistungslinien\/","title":{"rendered":"Arabische Leistungslinien"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-size: 120%; color: #d4a409;\"><strong>Die nachfolgenden Beobachtungen wurden w\u00e4hrend der Europameisterschaften f\u00fcr Sport-Araber gemacht und sollen einen Hinweis darauf geben, wo man Leistungslinien innerhalb der arabischen Rasse finden kann. Nat\u00fcrlich gibt es zahlreiche Ausnahmen von dieser \u201eRegel\u201c, d.h. Pferde, die nicht den Kriterien entsprechen und dennoch gleich gute Leistungen erbringen, wie unsere Beispiele. Dennoch, die Ergebnisse von elf Jahren Top-Leistung mag einen Hinweis darauf geben, wo man nach Leistungspferden suchen mu\u00df.<\/strong><\/h3>\n<h3 style=\"font-size: 120%; color: #d4a409;\"><strong>DER URSPRUNG DER DRESSUR<\/strong><\/h3>\n<p>Sieht man einmal von Rennen und Distanzreiten ab, so kann man die heutigen Sportdisziplinen in klassisch (Dressur, Springen, Vielseitigkeit) und Western (Reining, Trail, Pleasure) unterscheiden. Bevor wir untersuchen, welche Blutlinien f\u00fcr welche Aufgabe am besten geeignet sind, schauen wir einmal, wie sich diese Disziplinen entwickelt haben.<br \/>\nDie Klassische Dressur hat ihren Ursprung im 15. Jahrhundert und die Pferde, die dazu verwendet wurden, w\u00fcrden wir heute als \u201eBarockpferde\u201c bezeichnen, mit starkem iberischen Einflu\u00df. Es war eine Kunstform, wie sie noch heute von der Spanischen Reitschule in Wien, der K\u00f6niglich Andalusischen Schule der Reitkunst, der Portugiesischen Schule der Reitkunst in Queluz (bei Lissabon) und dem Cadre Noir in Samur, Frankreich praktiziert wird. Dressur als Sportdisziplin wurde auf der Basis der Kavallerieschulen im 20. Jahrhhundert entwickelt. Als dann die Dressur ein Sportwettbewerb wurde, entwickelten sich die Sportpferderassen zusammen mit dem Sport in einer \u201eCo-Evolution\u201c: Die Regeln (und die Pr\u00fcfungen) wurden den Pferden angepasst und die Pferderassen den Sportpr\u00fcfungen und daher erwarten Dressurrichter auch ein gewisses \u201eStandardpferd\u201c im Dressurring, sie erwarten, dass die Pr\u00fcfungsteile nach einem gewissen \u201eStandard\u201c ausgef\u00fchrt werden. Das macht es schwierig f\u00fcr andere Rassen, die nicht diese Bewegungsmechanik eines Warmbluts haben, in offenen Wettbewerben zu bestehen \u2013 und die Araber sind hier keine Ausnahme.<\/p>\n<p><center>\t\t\t\t\t<div class=\"gallery_box_single\">\n\t\t\t\t\t\t<p class=\"not_found\">Sorry, nothing found.<\/p>\n\t\t\t\t\t<\/div><!-- .gallery_box_single -->\n\t\t\t\t\t<\/center><\/p>\n<h3 style=\"font-size: 120%; color: #d4a409;\"><strong>DIE BESTEN DRESSURPFERDE<\/strong><\/h3>\n<p>Wenn wir dies klar machen, so ist es ganz verst\u00e4ndlich, da\u00df ein arabisches Dressurpferd wie ein \u201ekleines Warmblut\u201c aussehen, und sich auch so bewegen mu\u00df, und wenn man die erfolgreichsten Araber anschaut, die auf Prix St. George-Niveau am Europa-Championat teilnehmen, so kann man das ganz klar erkennen: Pferde mit \u00fcberdurchschnittlichen Bewegungen, mit kr\u00e4ftiger Hinterhand und guter Balance. W\u00e4hrend den Jahren 2002-2010 und 2013-2014 (elf Jahre), hab ich die Sieger, zweit- und drittplazierten Pferde im Prix St. George angeschaut. Ganz oben finden wir den f\u00fcnffachen Goldmedaillen-Gewinner Period (Drug \/ Progulka), ein russischer Araber aus herausragenden Leistungslinien. Sein Vater ist Drug, der einst das beste Rennpferd Europas war und gleichzeitig Europa-Champion in der Schau. Drug hat in Russland einige ausgezeichnete Nachkomen hinterlassen, alle mit fantastischen Bewegungen. Auf dem zweiten Platz kommt Padrons Khen Saabi (Padrons Kadar \/ Alba), ein Hengst, dessen Pedigree eine Mischung von russischem Blut auf der Vaterseite mit Crabbet, alten deutschen und amerikanischen Linien darstellt. Er geht auf Patron aus Russland zur\u00fcck, genauso wie Padrons Must (Padrons Immage \/ Bint Pustinia), der auch in den obersten R\u00e4ngen der Dressurpferde rangiert, aber mehr russischen Blutanteil hat und sogar auf Padron (v. Patron) ingezogen ist. Andere Pferde mit ganz oder teilweise russischem Blut sind Noginsk, gezogen in Russland von Gordon aus der Navigacia; Spirit MB aus Belgien, vom Russen Pobeg a.a.d Daicha, die auch einiges Englische Blut f\u00fchrt; MS Madrass aus Deutschland von Kamerton a.d. Marenh (siehe auch S. xx); der rein-russische Sanod (Pernod \/ Savanna); die halbe Russe Sharif III (v. Gips) aus einer spanisch-\u00e4gyptischen Mutter; und El Samalon (El Nabila B \/ Sonoma Delight) mit 50% russischem Blut.<br \/>\nEine andere Gruppe sind die mit polnischem oder teilweise polnischem Pedigree. In dieser Gruppe \u00fcbernehmen Estella (Mezallians \/ Edycia) und Carat (Cenzor \/ Clicia) die F\u00fchrung. Die restlichen Pferde sind eine Mischung mit mehr oder weniger spanischen, russischen und \u201egemixten\u201c Linien, die von Fair Orkan (LM Polaris \/ Bint Quahir) angef\u00fchrt wird. Es gab nur einen reinen Spanier, Kar Testo Rosso (Kar Testador \/ Zafarina) und ein Pferd aus englischen Linien, Aurilla Gold (Elegant Gold \/ Silver Auriole).<br \/>\nInsgesamt kann man daraus schlie\u00dfen, dass die Russischen Linien diese Disziplin dominieren, gefolgt von polnischen und spanischen Linien, w\u00e4hrend die \u00c4gyptischen Linien, wenngleich weit verbreitet, kaum bzw. erst weiter hinten im Pedigree eine Rolle spielen.<\/p>\n<h3 style=\"font-size: 120%; color: #d4a409;\"><strong>REINING, DIE K\u00d6NIGSDISZIPLIN IM WESTERNSPORT<\/strong><\/h3>\n<p>Eine andere Disziplin, die bestimmte k\u00f6rperliche und mentale Voraussetzungen erfordert, ist Reining. Diese Disziplin hat sich aus der iberischen Arbeitsreitweise entwickelt, die zusammen mit den Pferden nach Amerika importiert und sp\u00e4ter in die Westernreitweise entwickelt wurde. Insbesondere die Rinderarbeit erfordert Bewegungen, die zum Teil noch immer in der Reining (aber noch st\u00e4rker bei Cutting und Working Cow Horse) zu finden sind. Und wieder gibt es eine andere Rasse, das American Quarterhose, das auf diese Disziplin ma\u00dfgeschneidert ist und umgekehrt. Das QH dominiert diese Disziplin in den offenen Wettbewerben und Reining ist die K\u00f6nigsdisziplin der Quarter Horses. \u00c4hnliches, was wir \u00fcber die Dressur gesgt haben, gilt auch hier, denn es ist schwer, den gleichen Score (Benotung) f\u00fcr einen Araber zu bekommen, der gegen ein Quarter Horse antritt, selbst wenn die Leistungen auf gleichem Niveau sind.<br \/>\nEs ist leicht ersichtlich, dass ein guter Reiner eine besonders starke Hinterhand braucht, gute Sprunggelenke und ein starkes Fundament; bergauf-gerichtete oder elastische Bewegungen sind nicht gefordert. Und wieder ist es ein rein russischer Hengst, der diese Disziplin in Europa anf\u00fchrt: Baikal (Balaton \/ Kashmir) mit drei Gold, drei Silber und einer Bronzemedaille. Bedenkt man, da\u00df die Nachkommen von Balaton in Russland nicht gerade als \u201eLeistungspferde\u201c bekannt sind \u2013 wobei \u201eLeistung\u201c hier mit \u201eRennleistung\u201c gleichgesetzt wird \u2013 und bedenkt man, dass Balaton oftmals sehr lange Pferde gemacht hat, so ist Baikal in jeder Hinsicht ein Ausnahmehengst. Mittlerweile ist er 17 Jahre alt, und noch immer topfit und gesund auf den Beinen. IN der Zwischenzeit haben auch seine Nachkommen schon den Westernring erobrt. Ebenfalls aus \u00fcberwiegend russsichen Linien stammt Manavka, die erste Europa-Championesse in Reining. Die nachfolgenden Sieger haben den Russen Muscat in ihrem Pedigree: Eysha Bint Muscateal und Muscateal\u2019s Saphir, die beide Gold gewannen, und Shiney Muscalena (aus der Manavka), die zwei Silbermedaillen errang. Alle stammen sie von MHR Muscateal, der aus russischen, polnischen und amerikanischen Linien gezogen ist und 1995 selbst US National Champion in der Reining war und auch das Blut von Bask, dem bekannten polnischen Leistungshengst f\u00fchrt. Zid ibn El Zahim (El Zahim \/ Ornea) ist kein so typischer Vertreter f\u00fcr ein Reining-Pferd und stammt aus englischen Linien mit einem Tropfen polnischen und russischen Blutes. Auch einige polnisch gezogene Pferde waren an der Spitze der Leistungspferdein der Reining, namentlich Leksak und Garusz. <\/p>\n<h3 style=\"font-size: 120%; color: #d4a409;\"><strong>SPORTPFERDE WERDEN TYPVOLLER<\/strong><\/h3>\n<p>Diese kurze Liste zeigt, dass russische und polnische Linien den Sport zu dominieren scheinen, nur gelegentlich unterbrochen durch etwas spanische oder englische Blutbeimischung. Aber warum ist dies so?<br \/>\nSeit Jahrzehnten hat Russland und Polen alle ihre Pferde auf der Rennbahn getstet, und England und Spanien unter dem Sattel als Reitpferd. Zugegeben, \u201eGeschwindigkeit\u201c wird weder in der Dressur noch in der Reining gefordert, aber das Renntraining \u00fcberpr\u00fcft auch die Arbeitseinstellung, Bereitschaft, Gehorsam und Eignung. Und letztendlich braucht es f\u00fcr jede Sportdisziplin ein bestimmtes Ma\u00df an Sportlichkeit, die man in einem Rennpferd immer findet. Au\u00dferdem werden dabei die Gesundheit, Herz, Lunge, das Herz-Kreislauf-System \u00fcberpr\u00fcft und \u00fcber viele Generationen werden dadurch die ungeeigneten Pferde aus der Zucht eliminiert. Diese Art der Selektion, selbst wenn es nur auf eine allgemeine Fitness abzielt, bringt ein Sportpferd hervor, das den anderen \u00fcberlegen ist.<br \/>\nManche sagen, dass diese Sportpferde nicht mehr wie ein Araber aussehen, sie sind nicht typvoll genug. Aber wenn man nach Scottsdale \/ USA geht, sieht man viele Pferde mit guten Leistungen und auch mit Typ. Das eine schlie\u00dft das andere nicht aus. Und auch hier in Europa scheint es sich zu \u00e4ndern. Der Spruch \u201edie H\u00e4sslichen werden geritten, die Sch\u00f6nen gehen in die Schau\u201c ist \u00fcberholt. Die Z\u00fcchter haben realisiert, dass auch der Freizeitreiter ein h\u00fcbsches Pferd vorzieht, und man kann eine \u00c4nderung im Aussehen der Reitpferde feststellen, aber auch in deren Pedigees. Unabh\u00e4ngig vom Europa-Championat, auf anderen Sportveranstaltungen sieht man auch (fr\u00fchere) Schaupferde, oder Pferde mit ber\u00fchmten Schaupferdelinien, z.B. auf der Vaterseite El Nabila B, Kubinec, Padrons Immage und Simeon Sadik \u2013 diese Pferde sind dann auch \u201eh\u00fcbsch\u201c, und sie kombinieren dies mit Sportlickeit, f\u00fcr die der Araber einst bekannt war, als er noch ein Kriegspferd war. Es wird spannend sein, solche Pferde in Zukunft an der EM zu sehen.<br \/>\nGudrun Waiditschka<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die nachfolgenden Beobachtungen wurden w\u00e4hrend der Europameisterschaften f\u00fcr Sport-Araber gemacht und sollen einen Hinweis darauf geben, wo man Leistungslinien innerhalb der arabischen Rasse finden kann. Nat\u00fcrlich gibt es zahlreiche Ausnahmen von dieser \u201eRegel\u201c, d.h. Pferde, die nicht den Kriterien entsprechen und dennoch gleich gute Leistungen erbringen, wie unsere Beispiele. 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