{"id":2667,"date":"2015-03-15T00:01:26","date_gmt":"2015-03-15T06:01:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.in-the-focus.com\/magazine\/?p=2667"},"modified":"2015-03-15T00:01:26","modified_gmt":"2015-03-15T06:01:26","slug":"aus-der-sicht-des-richters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/2015\/03\/aus-der-sicht-des-richters\/","title":{"rendered":"Aus der Sicht des Richters"},"content":{"rendered":"<p><strong>Anmerkung der Redaktion: Das Englische (vergleichende) Richtsystem ist auf dem europ\u00e4ischen Kontinent eher selten, trotz aller Vorteile. Wir wollen aus diesem Grund in loser Folge die verschiedensten Richtsyteme vorstellen, mit ihren Vor und Nachteilen. Den Anfang macht dieser Artikel, der bereits 2006 erschienen ist, um den Ausstellern ein besseres Verst\u00e4ndnis der Abl\u00e4ufe zu geben.<\/strong><\/p>\n<h3 style=\"font-size:120%; color:#d4a409\"><strong>Was geht im Kopf eines Richters vor, der eine Klasse mit Hilfe des vergleichenden Richtsystems richtet? Der verstorbene Major Pat Maxwell, der auf \u00fcber 50 Jahre Erfahrung mit diesem Richtsystem zur\u00fcckblickte, erl\u00e4uterte in einem Artikel 2006, was er denkt und macht, w\u00e4hrend er im Ring steht.<\/strong><\/h3\n\n\n\n<h3 style=\"font-size:120%; color:#d4a409\"><strong>DER URSPRUNG<\/strong><\/h3>\n<p>Das Englische Richtsystem entwickelte sich aus den Landwirtschaftsschauen, die ihren Ursprung im 18. Jahrhundert in England hatten, als man die Nutztiere bewertete, um sie z\u00fcchterisch zu verbessern. Diese Schauen beinhalteten auch Pferde, und arabische Pferde wurden damals speziell zur Verbesserung der Zucht importiert. Das System besteht darin (und tut dies noch immer), da\u00df ein Richter jedes Tier mit allen anderen vergleicht und den Sieger anhand einer Reihe von Kriterien ausw\u00e4hlt, die ihm seine eigene Erfahrung diktiert. Dieses System funktioniert auch heute noch sehr gut, wie andere Richtsysteme auch, solange der Richter fair ist.<br \/>\nWollte man allein aufgrund des ersten Eindrucks vergleichend richten, dann w\u00e4re richten wirklich einfach: Mann f\u00fchrt einfach die Pferde in den Ring, einmal herum, reiht sie auf und vergib die Schleifen &#8211; fertig. Das aber, w\u00fcrde der Sache nicht gerecht werden und der Zweck dieses Beitrags soll sein, eine Methode, die funktioniert und praktisch ist, n\u00e4her zu erl\u00e4utern. <\/p>\n<h3 style=\"font-size:120%; color:#d4a409\"><strong>DIE INNERE EINSTELLUNG<\/strong><\/h3>\n<p>Keines der beiden System sollte als \u00fcberlegen betrachtet werden, die Qualit\u00e4t des Richtens an diesem Tag ist, was z\u00e4hlt. Beide Systeme funktionieren gut mit ordentlich ausgebildeten und ehrlichen Richtern. Der Unterschied vom Blickpunkt des Richters aus betrachtet ist, da\u00df jedes der beiden Systeme eine andere gedankliche Einstellung dazu von seitens des Richters bedarf. Ich will hier nicht auf das 5 Kriterien 10\/20 Punkte-System eingehen, das ist den Araber Journal-Lesern bestens bekannt und wir wissen, da\u00df jeder Richter ein Pferd benoten sollte, indem er es mit seinem eigenen \u201einneren\u201c Ideal vergleicht. Im Englischen System vergleicht der Richter aber jedes Pferd mit jedem anderen Pferd im Ring, und nicht gegen ein Ideal. Es gibt keine Punkte, nur einen Rangliste. Dieses effektiv und fair zu gew\u00e4hrleisten, ist das Problem. Der Richter mu\u00df daher ein System haben. Es gibt aber keine schriftlich niedergelegten Regeln dar\u00fcber \u2013 als Richter wird von einem erwartet, da\u00df man sein eigenes System hat und dieses fair und gr\u00fcndlich anwendet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.in-the-focus.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Judging-Systems-Tabelle-1-DEU.png\" alt=\"Judging Systems - Tabelle 1 DEU\" width=\"480\" height=\"297\" class=\"alignleft size-full wp-image-2689\" srcset=\"https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Judging-Systems-Tabelle-1-DEU.png 480w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Judging-Systems-Tabelle-1-DEU-300x186.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/p>\n<p>In der Praxis verwenden die meisten Richter das gleiche Grundprinzip, das darauf abzielt, jedes Pferd unter verschiedenen Gesichtspunkten zu betrachten, oder indem man es eine bestimmte Aufgabe erf\u00fcllen l\u00e4\u00dft. Dabei kann zu jedem Zeitpunkt die Reihenfolge der Rangierung \u2013 wenn n\u00f6tig \u2013 ge\u00e4ndert werden, damit es leichter ist, jedes Pferd mit dem anderen zu vergleichen, das hei\u00dft Seite an Seite zu sehen. Der Schauring wird also sozusagen zur Arbeitsfl\u00e4che des Richters, um Pferde miteinander vergleichen zu k\u00f6nnen. Man kann keine zwei Pferde miteinander vergleichen, die je am entgegengesetzten Ende des Rings stehen. Die Pferde werden also aufgereiht, eines neben dem anderen, und stehen in der Reihenfolge wie der Richter es w\u00fcnscht, obwohl ich auch Richter gesehen habe, die bei 40 Pferden in der Klasse mit dem Ende der Reihe angefangen haben, das hei\u00dft mit den Pferden, die am schlechtesten waren, um einen besseren Blick auf die guten zu haben. Das Entsetzen auf den Trib\u00fcnen war sehenswert, bis endlich der Groschen gefallen ist!<br \/>\nIn den letzten Jahren, insbesondere durch die gro\u00dfe Bedeutung des Trabs auf ECAHO-Schauen hat sich das allgemein akzeptierte englische System etwas ge\u00e4ndert und die Vorf\u00fchrer k\u00f6nnen auch gebeten werden, mit ihren Pferden im Trab in den Ring zu kommen und\/oder nach der ersten Runde im Schritt eine individuelle Trabrunde im Ring zu drehen. Der Richter ber\u00fccksichtigt dieses dann in seiner ersten Rangierung. Selbstverst\u00e4ndlich werden Pferde in jedem System in Bezug auf Typ, Geb\u00e4ude und Bewegungen bewertet, wobei dem Typ Priorit\u00e4t gew\u00e4hrt wird.<br \/>\nEin effizienter und in seiner Pers\u00f6nlichkeit dominierender Ringsteward ist wichtig um Pferde und Vorf\u00fchrer in der gew\u00fcnschten Reihenfolge und am richtigen Platz zu halten. Der Richter kann nicht beides, richten und den Verkehr lenken. Bei diesem System ist der Ringsteward so wichtig wie der Richter und beide m\u00fcssen als Team arbeiten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.in-the-focus.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Judging-Systems-Tabelle-2-DEU.png\" alt=\"Judging Systems - Tabelle 2 DEU\" width=\"718\" height=\"499\" class=\"alignleft size-full wp-image-2688\" \/><\/p>\n<h3 style=\"font-size:120%; color:#d4a409\"><strong>SCHLUSSFOLGERUNG<\/strong><\/h3>\n<p>Wo es sich um kleinere Schauen handelt, bietet das Englische Richtsystem Vorteile, weil es zeit- und kosteneffizienter ist. Die gro\u00dfe Mehrheit der Schauen in England werden mit diesem System gerichtet. K\u00f6nnte es sein, da\u00df die gr\u00f6\u00dfere Anzahl der Schauen in England etwas mit dem Richtsystem zu tun hat? Es hat sicherlich Vorteile f\u00fcr den kleinen Schauorganisator, und damit f\u00fcr den kleinen Z\u00fcchter\/Besitzer.<br \/>\nPat Maxwell<br \/>\n(Nachdruck aus  Araber Journal  8\/2006)<br \/>\n<\/br><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anmerkung der Redaktion: Das Englische (vergleichende) Richtsystem ist auf dem europ\u00e4ischen Kontinent eher selten, trotz aller Vorteile. Wir wollen aus diesem Grund in loser Folge die verschiedensten Richtsyteme vorstellen, mit ihren Vor und Nachteilen. Den Anfang macht dieser Artikel, der bereits 2006 erschienen ist, um den Ausstellern ein besseres Verst\u00e4ndnis der Abl\u00e4ufe zu geben. 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