{"id":8413,"date":"2017-04-09T08:49:05","date_gmt":"2017-04-09T06:49:05","guid":{"rendered":"http:\/\/in-the-focus.com\/?p=8413"},"modified":"2017-04-09T10:05:48","modified_gmt":"2017-04-09T08:05:48","slug":"der-araber-als-freizeitpferd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/in-the-focus.com\/en\/2017\/04\/der-araber-als-freizeitpferd\/","title":{"rendered":"Der Araber als  Freizeitpferd"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-size:150%; color:#d4a409\"><strong>&#8220;Die Freizeitreiter&#8221; sind eine reichlich undifferenzierte  Gruppenbezeichnung, und dennoch stellen sie den gr\u00f6\u00dften Absatzmarkt f\u00fcr unsere Vollblutaraber dar. Aber worauf achtet der Freizeitreiter, wenn er einen Vollblutaraber kaufen will?<\/strong><\/h3>\n<p>Fr\u00fchjahrszeit ist Fohlenzeit &#8211; aber welche Bestimmung wird dem Fohlen mit in die Wiege gelegt? Wird es Zucht-, Schau-, Reit-, Distanz-, Rennpferd? Wohl kaum, denn eine ernsthafte &#8220;Karriere&#8221; &#8211; egal in welcher Disziplin &#8211; ist nur etwa 10% der Pferde vorbehalten. Der gr\u00f6\u00dfte Teil unserer Vollblutaraber findet als &#8220;Freizeitpferd&#8221; einen neuen Besitzer. Aber worauf achtet der potentielle Besitzer beim Kauf eines Freizeitpartners?<br \/>\n<div id=\"attachment_8417\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8417\" src=\"http:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Gandalf-AA-IMG_7555-c-Waiditschka-600px.jpg\" alt=\"Alles Gl\u00fcck dieser Erde liegt auf dem R\u00fccken der Pferde...\" width=\"600\" height=\"900\" class=\"size-full wp-image-8417\" srcset=\"https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Gandalf-AA-IMG_7555-c-Waiditschka-600px.jpg 600w, https:\/\/in-the-focus.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Gandalf-AA-IMG_7555-c-Waiditschka-600px-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><p id=\"caption-attachment-8417\" class=\"wp-caption-text\">Alles Gl\u00fcck dieser Erde liegt auf dem R\u00fccken der Pferde&#8230;<\/p><\/div><\/p>\n<h3 style=\"font-size:120%; color:#d4a409\"><strong>Umfragen unter Freizeitreitern<\/strong><\/h3>\n<p>Wir haben in einer Internetumfrage rund 500 Freizeitreiter, die sich in den letzten f\u00fcnf Jahren einen Vollblutaraber gekauft haben, nach ihrer Kaufentscheidung gefragt. Zuerst wollten wir wissen, wie sich die Geschlechter bei den Pferden verteilen &#8211; und da haben &#8211; entgegen vieler Meinungen &#8211; die Wallache die Nase vorn. Mit knapp \u00fcber 50 % liegen sie in der Gunst der Freizeitreiter vorne, die Stuten folgen mit 40 %, und 10 % entfallen auf Hengste. Wenn man &#8211; rein gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig &#8211; fr\u00fcher das Gef\u00fchl hatte, dass jeder Hengst auch Hengst bleiben mu\u00df, so scheint hier ein Wandel stattgefunden haben, und die Wallache sind in der Beliebtheitsskala an die Spitze geklettert &#8211; und das ist gut so. Wallache sind meist ausgeglichener, als die von Rossen geplagten Stuten, die oftmals zickig sind. Und Hengste sind zum einen nichts f\u00fcr Anf\u00e4nger, zum anderen komplizieren sie die Haltung enorm, will man ihnen ein artgerechtes Leben erm\u00f6glichen. Und wer waren die K\u00e4ufer? Hier gab es keinerlei \u00dcberraschung: 95 % der teilnehmenden Freizeitreiter waren weiblich, lediglich 5 % M\u00e4nner haben an der Umfrage mitgemacht. Das aktivste Alterssegment beim Pferdkauf waren mit 54 % die 30-50j\u00e4hrigen, gefolgt von den unter 30j\u00e4hrigen (34 %) und den \u00fcber 50j\u00e4hrigen (14 %). Da wir keine weiteren Fragen zur Lebenssituation unserer Pferdebesitzer gestellt haben, w\u00e4re eine weitere Interpretation nat\u00fcrlich etwas spekulativ.<br \/>\nSchaut man sich allerdings den Kaufpreis der Pferde an, so merkt man gleich, dass hier eine &#8220;Schieflage&#8221; vorliegt: 63 % &#8211; also fast zwei Drittel aller Pferde haben zwischen 1000 und 5000 \u20ac<br \/>\ngekostet, 7 % gar unter 1000 \u20ac, wobei es sich hier oftmals um Notf\u00e4lle gehandelt hat. Die Mehrheit der Pferde (39 %) war 4-10 Jahre alt, also im besten Alter und sofort einsetzbar. Viele Freizeitreiter haben aber auch ein Jungpferd im Alter von 1-3 Jahren gekauft (34 %), um mit ihm den gesamten Ausbildungsweg gemeinsam zu gehen. Fohlen waren nicht sehr gefragt (14 %), genausowenig wie &#8211; und das ist eher \u00fcberraschend &#8211; Pferde, die \u00fcber 10 Jahre alt sind (13%), wo doch der Araber in dem Alter immer noch gut 10-15 Jahre leistungsf\u00e4hig bleibt. Von diesen Pferden waren rund 30% angeritten oder reiterlich ausgebildet, der Rest war mehr oder weniger roh, bzw. gerade mal halfterf\u00fchrig und schmiedefromm. Im reitf\u00e4higen Alter waren also 52 % der Pferde, aber nur 30 % waren tats\u00e4chlich angeritten. Hier bei\u00dft sich die Katze in den Schwanz: Wer als Z\u00fcchter in die reiterliche Ausbildung investiert, m\u00f6chte sich diese auch bezahlen lassen. Dies ist aber bei einem Preis von unter 5000 \u20ac nicht m\u00f6glich. Auch wenn es die Fragestellung nicht detailliert hergibt, so kann man annehmen, dass die reiterlich ausgebildeten Pferde zur Gruppe derer geh\u00f6rten, die \u00fcber 10.000 \u20ac gekostet haben. <\/p>\n<h3 style=\"font-size:120%; color:#d4a409\"><strong>Warum ein Vollblutaraber?<\/strong><\/h3>\n<p>Kommen wir zur Frage, was den K\u00e4ufer zu einem Vollblutaraber gef\u00fchrt hat. Hier d\u00fcrfte die Antwort: &#8220;Sch\u00f6nheit&#8221; und &#8220;Charakter&#8221; mit \u00fcber 50 % kaum \u00fcberraschen. Die reiterlichen Aspekte mu\u00dften dahinter zur\u00fcckstehen (36%) und beim Rest war es schlicht und ergreifend Zufall. Was aber war nun f\u00fcr den Kauf des jeweiligen Pferdes, \u00fcber das wir ausgefragt hatten, ausschlaggebend? Hier h\u00e4tten die Z\u00fcchter sicher gerne gelesen, dass der makellose Stammbaum und die Leistungsnachweise der Eltern, sei es in Sport oder Schau, ausschlaggend w\u00e4ren. Weit gefehlt &#8211; die am h\u00e4ufigsten genannte Antwort war schlicht und ergreifend &#8220;Liebe auf den ersten Blick&#8221;, gefolgt von &#8220;das Pferd hat mich ausgesucht&#8221; (zusammen rund 53 %), w\u00e4hrend der Leistungsaspekt und das Pedigree zusammen nur auf 21 % kamen. Und ein &#8220;sch\u00f6ner Kopf&#8221; lag noch immer vor &#8220;die Leistung \u00fcberzeugte&#8221;. Nun kann letzteres nat\u00fcrlich nur f\u00fcr die 30% der angerittenen Pferde gelten, so dass der Vergleich nicht ganz schl\u00fcssig ist. Aber zusammenfassend kann wohl gesagt werden, dass der K\u00e4ufer ein Pferd sucht, das auf ihn zugehrt, das h\u00fcbsch anzuschauen ist, und charakterlich &#8220;stimmt&#8221;. Diese Kriterien sind offenbar wichtiger als Leistung, Pedigree, etc.<\/p>\n<h3 style=\"font-size:120%; color:#d4a409\"><strong>Araber sind Seelenpferde<\/strong><\/h3>\n<p>Zuversichtlich sollte uns stimmen, wie die Besitzer ihre Pferde beschrieben: &#8220;Seelenpferd, ein Schatz!&#8221; stand hier an der Spitze gefolgt von &#8220;Bestes Pferd, das ich je hatte&#8221; &#8211; womit wir wieder bei den positiven Charaktereigenschaften w\u00e4ren. Und noch ein weiterer positiver Aspekt: Araber sind gesund! Das Kriterium &#8220;Robust und gesund&#8221; landete auf dem zweiten Platz, wohingegen nur etwa 7 %<br \/>\nder 500 Pferde Gesundheits- und Geb\u00e4udeprobleme haben. Auch &#8220;rittig und bequem&#8221;, sowie &#8220;ruhiges Verlasspferd&#8221; wurden viermal h\u00e4ufiger genannt, als &#8220;schwierig im Umgang, nerv\u00f6s&#8221; und &#8220;schwierig zu reiten&#8221;. Damit attestieren die Araber-Besitzer ihren Tieren einen weit besseren Charakter, als diese in der allgemeinen (reiterlichen) \u00d6ffentlichkeit genie\u00dfen.<br \/>\nWozu werden denn nun die Pferde von ihren Freizeitreitern verwendet? Rund 45 % besch\u00e4ftigen sich mit ihrem Araber nur &#8220;vom Boden aus&#8221;, verzichten also &#8211; aus welchen Gr\u00fcnden auch immer &#8211; auf das Reiten. Die meisten Reiter genie\u00dfen den Aus-, Wander- oder Distanzritt mit ihrem Partner Pferd in der Natur, vor der Dressurarbeit auf dem Platz oder der Halle. Etwas abgeschlagen folgen Western und Springen.<br \/>\nEin abschlie\u00dfend positives Urteil f\u00e4llten \u00fcber 90 % der rund 500 Araberbesitzer, sie attestierten &#8220;Den geb ich nie wieder her!&#8221;, &#8220;Mein n\u00e4chstes Pferd ist wieder ein VA&#8221;, oder &#8220;Hat meine Erwartungen voll erf\u00fcllt&#8221; und\/oder &#8220;Die Rasse ist besser als ihr Ruf&#8221;. Der (kleine) Rest von weniger als 10 % waren der Ansicht, dass ihr gemeinsamer Weg schwieriger war, als gedacht, dass die Rasse \u00fcberbewertet sei, sich alle Vorurteile best\u00e4tigt h\u00e4tten und sie nie wieder einen Araber kaufen w\u00fcrden (1%).<br \/>\nZusammenfassend kann man sagen, der Freizeitreiter verliebt sich in seinen zuk\u00fcnftigen Partner, wobei Kopf und Charakter sicher die wichtigste Rolle spielen. Leistungsgedanken sind eher nebens\u00e4chlich, der Preis unter 5000 \u20ac scheint aber ausschlaggebend.<br \/>\n<em>Gudrun Waiditschka<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Die Freizeitreiter&#8221; sind eine reichlich undifferenzierte Gruppenbezeichnung, und dennoch stellen sie den gr\u00f6\u00dften Absatzmarkt f\u00fcr unsere Vollblutaraber dar. Aber worauf achtet der Freizeitreiter, wenn er einen Vollblutaraber kaufen will? Fr\u00fchjahrszeit ist Fohlenzeit &#8211; aber welche Bestimmung wird dem Fohlen mit in die Wiege gelegt? 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