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Die Wüstenaraber von Bahrain

Beduinen-Geschichten gehören zur Folklore und zur Geschichte des arabischen Pferdes. Kaum ein Züchter aber hat eine Vorstellung davon, wie diese Beduinenpferde damals tatsächlich ausgesehen haben. Vielmehr wird das „Kunstprodukt“, wie wir es heute vom Schauring her kennen, als das arabische Pferd schlechthin betrachtet. Welch ein Irrtum!

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Eine WAHO-Konferenz bietet immer wieder die Möglichkeit, Dinge zu sehen und zu erleben, die einem sonst verborgen bleiben. Das war vor 10 Jahren in Syrien der Fall, wo man authentische Beduinenpferde der Anazeh, Shammar und Tai-Beduinen in der Al Jazeerah sehen konnte, und das war dieses Jahr wieder der Fall, als uns die WAHO-Konferenz nach Bahrain führte. Teil des Programms war ein Besuch des Königlichen Gestüts und des Gestüts von Prinz Mohammed Bin Salman Al Khalifa. Beides Gestüte, die dem Besucher normalerweise verschlossen bleiben und beide Gestüte ein Hort für den authentischen Wüstenaraber.

Die Stämme in Bahrain

Die Geschichte dieser Wüstenaraber in Bahrain ist etwas über 200 Jahre alt, denn zu diesem Zeitpunkt kam die herrschende Al Khalifa-Familie nach Bahrain. Die Geschichte Bahrains ist sehr viel älter, bereits vor rund 5000 Jahren wurde die Insel besiedelt, auch Hinweise auf Pferde konnten gefunden werden, aber natürlich gibt es aus dieser Zeit keine Aufzeichnungen. Die heutigen Pferde der Königlichen Gestüte gehen auf die Pferde der Al Khalifa Familie zurück, die 1783 nach Bahrain kam. Die Al Khalifas gehörten früher den Anazeh-Beduinen an, deren ursprüngliche Heimat im südlichen Nedjd lag. Aufgrund von klimatologischen und damit ökonomischen Veränderungen waren sie wie auch andere Beduinenstämme gezwungen, den Nedjd zu verlassen und wanderten in Richtung der Golfküste. Aus verschiedenen „Teil-Stämmen“ bildeten sich neue Konföderationen, eine davon nannte sich Al-Utub, oder „Banu Utub“, der Stamm der Utub. Dieser besiedelten Qatar, später auch Bahrain und Kuwait.
Unter der Herrschaft der Khalifa-Familie entwickelte sich Bahrain zu einem Zentrum der Perlenfischerei und erlangte einen gewissen Wohlstand. Durch die Nähe zum arabischen Festland, aber dennoch als Insel isoliert, war Bahrain häufig Zufluchtsort für Stammesfürsten aus Saudi Arabien und mit ihnen auch für ihre Kriegsstuten, von denen einige hier eine Stutenlinie gründeten. Wann und wie nun welche Stutenlinien nach Bahrain kam, läßt sich nicht genau nachvollziehen, einige waren im Besitz der Al Khalifa-Familie schon seit „Menschengedenken“, also solange man sich zurückerinnern konnte, andere kamen später als Kriegsbeute hinzu.
Wie auch anderswo in Arabien, wurden einige der Stuten aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften, wie Schnelligkeit, Mut oder Durchhaltevermögen, von den Al Khalifas besonders geschätzt und über die anderen gestellt, die vielleicht einem bekannteren Stamm zugehörten. Insgesamt aber haben sich in Bahrain bis heute 20 Stutenlinien erhalten:
Al-Dahmeh, der Stamm war im 19. Jahrhundert gut vertreten, doch ging er 1928 verloren. Als König Abdul Aziz Al-Saud davon hörte, schickte er eine Stute, die in Bahrain Dahmeh El Malek genannt wurde. Auch Sheikh Abdulla Jassim Al-Thani von Qatar schickte eine Stute, Dahmeh El Shagara. In der Folge konnte sich der Stamm nur über Dahmeh El Shagara erhalten.
Al-Hadhfah ist ein Unterstamm des Al-Obeyah-Stammes. Die Gründerstute Obeyah Um El Ardaf kam als Geschenk des Scheichs von Qatar in den 1920er Jahren nach Bahrain. Heute nicht mehr in der Stutenherde vertreten.
Al-Hamdanieh gilt als einer der bevorzugtesten Stämme der Al-Saud-Familie in Saudi Arabien. Der Stamm ist in Bahrain in drei Familien vertreten: Die Hamdaniehs der alten Bahrain-Linie, über Hamdanieh Um Shamy aus einer Linie vom Sheikh von Kuwait und über Hamdanieh Johara aus der Al-Saud-Linie.
Al-Kray, ein Stamm den es (vermutlich) nur noch in Bahrain gibt. Die Gründerstute galt als wild und mutig, doch der Stamm ging im Königlichen Gestüt verloren. Ein privater Züchter gab eine seiner Stuten an das Gestüt ab, so dass der Stamm wieder weiterlebt.
Al-Krush, auch Kuheilat Krush, existiert in Bahrain seit den 1850er Jahre, ursprünglich kam dieser Stamm von den Muteir-Beduinen, andere sagen von den Al Rasheed in Hail (Saudi Arabien).
Al-Ma’anagieh, ein weitverbreiteter Stamm in Arabien, geht in Bahrain auf zwei Stammstuten zurück, Ma’anaghieh bin Hiddfa Al-Murra, die ca. 1930 zu Sheikh Hamed bin Isa kam, und Casbet El Khel, die 1940 aus Kuwait eintraf.
Al-Mlolesh, ein alter aber sehr seltener Stamm, der (nur?) noch in Bahrain gefunden wird; er läßt sich in der direkten weiblichen Linie bis zu undenklichen Zeiten zurückverfolgen.
Al-Musannah, Sheikh Hamed bin Isa erhielt die Stute Musannah Safra Um El Jelit von einem Verwandten in Kuwait. Ihre Tochter Musannah Al Hamra war eine der Lieblingsstuten von Sheikh Hamed, und bekannt für ihre Ausdauer in Distanzrennen. Alle heutigen Vertreter gehen auf diese Stute zurück.
Al-Obeyah, ein alter Stamm, der ursprünglich bei der Al-Jiluwi family in Al-Hasa, Saudi Arabien, beheimatet war; er wird respektiert und gilt als besonders schön.
Al-Rabda, die Geschichte dieses Stammes in Bahrain wird seit über 200 Jahren an den Lagerfeuern erzählt. Mashan bin Hethal von den Anazeh-Beduinen, hatte eine berühmte Stute, Rabda Nazhan, die als die wildeste und schnellste galt. Der Sheikh von Bahrain und Abbas Pasha hatten gleichzeitig nach ihr verlangt, doch Mashan gab sie – entgegen aller Ratschläge – nach Bahrain, wofür ihm jeder Wunsch erfüllt werden sollte. Auf dem Markt sah er den schönsten Sklaven, und verlangte nach ihm – wie sich herausstellte, war es der Sheikh von Manama. Stattdessen erhielt er zwei Schiffsladungen voll anderer Güter.
Al-Saqlawieh, dieser Stamm wurde im Königlichen Gestüt über zwei Linien verbreitet, die auf die zwei Stuten Saqlawieh Hamra and Saqlawieh Riadh zurückgehen. Letztere wurde von Emir Bender bin Sultan Abdul Aziz Al-Saud in Saudi Arabien gezogen, der sich auf diesen Stamm spezialisiert hatte, und kam 1964 als Geschenk vom Emir of Riyadh, Sulman bin Abdulla Aziz Al-Saud ins Gestüt.
Al-Shawafah, der Stamm ist bei der Al Khalifa-Familie seit menschengedenken und wird als einer der edelsten geschätzt, insbesondere Hengste aus dieser Familie.
Al-Shuwaimeh, ein alter Stamm in Bahrain. Eimalig in Aussehen und Schönheit, so dass man seine Vertreter schon von Weitem erkennt.
Al-Suwaitieh, früher ein Stamm, der häufig in Nord-Arabien anzutreffen war. Die Gründerstute in Bahrain, Suwaitieh Kuwaitieh, ging als Geschenk an Sheik Sulman in den 1950er Jahren.
Al-Tuwaisah, Anfangs des letzten Jahrhunderts wurden zwei Stuten des Stammes Tuwaisah Atiq, gezüchtet von den Anazeh-Beduinen in Nord-Arabien, an Sheikh Hamed bin Isa als Tribut gegeben. Sie waren eher klein und unscheinbar, aber mit den Bahraini-Hengsten brachten sie wunderschöne Fohlen: Wie eine Auster, unscheinbar im Äußeren, aber im Innern enthalten sie eine Perle.
Al-Wadhna, dieser alte Stamm ist durch unglückliche Umstände in der Mutterlinie in Bahrain ausgestorben.
Kuheilat Afaas, ein alter Stamm in hohem Ansehen, der schon immer in Bahrain vertreten war.
Kuheilat Aladiyat, um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert erhielt Sheikh Hamed bin Isa eine Kuheilah-Stute vom Sheikh der Ajmans, die als besonders schnell galt (Al Adiyat).
Kuheilat Jellabieh, die ursprüngliche Kuheilah-Stute, die später diesen Namen erhielt, wurde von Shaikh Abdulla bin Ahmed zu Beginn des 19. Jahrhunderts gekauft um den Preis von 20 trächtigen Kamelstuten. Sie soll von Shaikh Jarshan vom Stamm der Utaiba-Beduinen stammen.
Kuheilat Umm Zorayr, ein sehr alter Stamm, der aber in den heutigen Zuchtprogrammen außerhalb Bahrains kaum Verwendung findet, wenngleich die Hengste dieses Stammes im Nedjd des 19. Jahrhunderts oft und gerne eingesetzt wurden.
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Bahrainis im Ausland

Es ist eine alte Tradition der Königlichen Gestüte, dass kein Bahraini-Pferd verkauft wird – bestenfalls verschenkt. Diese Tradition wurde bis in unsere Zeit hinein beibehalten, und auf diese Weise erhielt 2013 die Königin von England zwei Bahraini-Hengste aus Anlass der Royal Windsor Horse Show von König Hamad Bin Isa Al Khalifa zum Geschenk. Es waren dies der 12jährige Fuchshengst Mlolshaan Mahrous, geboren 2001 und der 11jährige Schimmel Tuwaisaan Tha’atha’a, geboren 2002.
Auch Polen erhielt 2014 ein Staatsgeschenk: Kuhailan Afas Maidaan, aus demselben Stamm wie 1931 der Hengst Kuhailan Afas, der ebenfalls aus Bahrain kam, und einen erheblichen Einfluß auf die Araberzucht der Welt hatte. Über seinen Sohn Bad Afas und Enkel Abu Afas führt die Linie direkt zu Comet, der als Stempelhengst der polnischen Araberzucht bezeichnet werden kann, insbesondere was seine Töchter anbelangt. Sein bester Sohn war wohl Pohaniec, der nach Schweden verkauft wurde und dort Vater des Hengstes Probat wurde, den sich die Polen wieder pachtweise zurückholten, nicht zuletzt, weil die Kuhailan Afas-Linie zu diesem Zeitpunkt in Polen nahezu erloschen war. Das Vorhaben war ein voller Erfolg, Probat war Vater der Welt-Champions Fawor und Piruet, der polnischen National-Champions Pamir, Gil und Garnizon, etlichen Rennsiegern, und eine Reihe von herausragenden Zuchtstuten, nicht zuletzt Egzotyka. Nach Fawor und Pamir ist es allerdings um diese Linie in Polen etwas ruhig geworden. Die Linie mit einem Hengst der „nahe am Ursprung“ ist, wiederzubeleben, wird nicht auf Anhieb gelingen, aber auch Kuhailan Afas brauchte drei Generationen, bis ein Comet gefallen war.
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts, zu Zeiten von Abbas Pasha I., ging die Stute Jellabiet Feysul von Bahrain über den Umweg Saudi Arabien nach Ägypten. Fünf Generationen später fiel aus dieser Linie die Stute Kasida, die Lady Anne Blunt nach England exportierte für ihr Gestüt Crabbet Park. Kasida’s Enkel Kazmeen erreichte einige Bedeutung als mütterlicher Großvater von Nazeer, Sheik el Arab und El Sareei.
1903 erhielt der Khedive von Ägypten, Abbas Hilmi I., die Stute Bint El Bahrein, eine Dahmah Shahwanieh aus Bahrain. Auch sie wurde zum Grundstock der Ägypterzucht und ging anschließend nach England ins Gestüt Crabbet Park. Fünf Generationen später, wurde Bint Maisa El Saghira nach USA verkauft, wo sie in Gleannloch Farms wirkte, von wo sich ihr Blut in die ganze Welt verteilte.
Andere Pferde, die über die Jahre Bahrein verließen, waren weniger einflußreich, so z.B. Nuhra, eine braune Wadhna-Stute, die nach England ging; Thorayyah, eine braune Tuwaisah-Stute, die nach USA ging; Savannah, eine Fuchsstute aus dem Dahmeh-Stamm die ebenfalls nach USA und von dort weiter nach Kanada ging und Tuwaisaan, ein brauner Hengst der nach Südafrika ging und dort in der Distanzpferdezucht eingesetzt wurde, aber leider nur sieben Vollblutaraber-Nachkommen hinterlies.

Das Gestüt des Königs

Das Königliche Gestüt, das derzeit über etwa 340 Pferde verfügt, bezog erst 1983 die Anlage in Al Roudha. In fünf Stallkomplexen sind hier die Zuchtpferde untergebracht, zu jedem Stall gehören Paddocks mit Sonnenschutz. Für die rund 15 Hengste stehen Roundpens und Führmaschinen zur Verfügung, außerdem werden sie geritten. Die Pferde erhalten morgens Kleie, Gerste und Hafer, zweimal täglich Alfalfa und am Abend gibt es einen Futterbrei wiederum aus Kleie, Gerste, Hafer und Datteln. Es sind keine Nahrungsergänzungsmittel nötig, außer einem Salzleckstein.
Jedes Jahr werden etwa 40-50 Fohlen geboren. Als Jungpferde erfreuen sie sich einer unbeschwerten Jugend und bleiben von ein- bis dreijährig „draußen in der Wüste“. Hier haben sie nach Jahrgängen getrennt riesige Paddocks mit Futter an einem Ende und Wasser am anderen, so dass sie sich gehörig bewegen müssen. Mit drei Jahren beginnt der Ernst des Lebens, und sie gehen ins Renntraining, später bei Eignung auch ins Distanztraining. Wer sich hier bewährt, hat im Alter von sechs Jahren die Chance, als Zuchthengst übernommen zu werden, vorausgesetzt er erfüllt alle Ansprüche in Bezug auf Gebäude, Leistung und Blutlinien. Jedes Jahr werden 6-7 neue Hengste im Gestüt ausprobiert. Die Stuten gehen mit fünf bis sechs Jahren in die Zucht. Das Ziel ist die Erhaltungszucht, dabei sind die Rennen und Distanzritte – wie früher bei den polnischen und russischen Staatsgestüten – ein Mittel zum Zweck der Überprüfung der Gesundheit und Konstitution; es wird also nicht auf Rennleistung selektiert. Es erfolgt keine Vermischung mit „westlichen“ Linien – auch nicht mit Ägyptern; der bestehende Genpool wird im Sinne der Erhaltungszucht rein erhalten.
Augenfällig ist der außergewöhnlich gute Charakter der Pferde, sie alle können nur mit einem Halfter und Führstrick gehandhabt werden – auch die Hengste und auch in Gesellschaft mit anderen Hengsten oder Stuten. Selbst bei der ungewohnten Situation während der Präsentation für die WAHO-Gäste, als zusätzlich ein frischer Wind sie noch etwas „spritziger“ machte als gewohnt, hatten die Hengste kein Gebiss im Maul und die Vorführer keine Gerten – letzteres wäre eine interessante Idee für den modernen Schauring!
Die Pferde wurden gemäß ihrer jeweiligen Stutenfamilien (Strains) in Gruppen präsentiert. Dabei konnte man in einigen Familien deutlich sehen, wie eine Stute ihre Nachkommen bis hin zu den Enkeln geprägt hat. Wobei dies nicht mit einem bestimmten „Exterieur-Typus“ der Stutenlinie (also Kuhailan oder Saklawi-Typ) verwechselt werden darf. Wenn dies doch über mehrere Generationen der Fall ist, liegt das eher daran, dass ein Züchter unter den weiblichen Nachkommen einer Stute diejenige als Nachfolgerin auswählt, die der Mutter am ähnlichsten ist. Es wurde bereits zuvor in einem Vortrag während der WAHO Konferenz deutlich gemacht, dass die Stutenlinien (strains) nichts mit dem Exterieur des Pferdes zu tun haben, weil der Name ja immer über die Stuten weitergegeben wird. Ein Stempelhengst kann den Typus der Linie leicht verändern. Die Hengste werden nicht aus der gleichen Familie bzw. Stamm wie die Stute gewählt, wohl auch um Inzucht zu vermeiden.

Das Gestüt des Prinzen

Das Gestüt von Prinz Mohammed Bin Salman Al Khalifa, dem verstorbenen Onkel des Königs, wird nach ähnlichen Prinzipien geführt. Der Gründungsbestand des Gestüts stammt aus dem Königlichen Gestüt. Als junger Mann hatte Prinz Mohammed seinen Vater, den Emir Sh. Salman Bin Hamed Al Khalifa, gefragt, ob er sich einige Stuten für eine eigene Zucht auswählen könne. Der Vater war begeistert über das Interesse des Sohnes und kam der Bitte nach. Heute ist das Gestüt in den Händen von Prinz Mohammed’s Sohn und hat zahlenmäßig stark zugenommen. Einige der schönsten Bahrainis haben hier ihren Ursprung. Es findet auch ständig Blutaustausch zwischen den beiden Gestüten statt, um die Linien zu erhalten oder Inzucht zu vermeiden.
Auffallend bei den Bahraini Pferden sind ihre klaren, trockenen und kräftigen Beine, die Sehnen sind deutlich sichtbar, die Gelenke gut ausgeprägt. Die meisten hatten vorzügliche Reitpferdepoints, wie beispielsweise eine gute Schulter, einen kurzen (!) Rücken und eine kräftige, lange Kruppe. Ihr Rücken lud zum Reiten ein! Und ihr Gurtumfang dürfte im Verhältnis zu ihrer eher geringen Größe beachtlich sein. Kaum eines der Pferde hatte einen „dish“, die meisten hatten ein sehr gerades Profil, und dennoch hatten sie alle Ausdruck. Auffallend war auch eine „normale“ Maulpartie, mit großen Nüstern, aber kräftigen Kiefern – nicht das „Teetassenmäulchen“, wie es von manchen westlichen Züchtern propagiert wird, und wo man letztendlich nicht weiß, wie darin noch alle Zähne Platz finden sollen. Der Hals wurde nahzu von allen Pferden schön und stolz getragen, auffallend auch die „mitbah“, der freie Kehlgang – und das alles ohne die Pferde zu schwitzen! Es versteht sich von selbst, dass die Pferde ungeschmickt und unrasiert vorgestellt wurden – welch Balsam für die Augen! Auffallend auch der ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus, der phänotypische Unterschied im Gebäude zwischen Hengst und Stute, eine Eigenschaft, die es in vielen anderen Pferderassen gibt, aber beim Araber – zumindest bei den Schaupferdelinien – immer mehr abhanden zu kommen scheint.

Rückbesinnung

Wer sich entschließt, arabische Pferde zu züchten, der hat meist ein klares Bild, ein Ideal vor seinem inneren Auge. Dieses Ideal wird geprägt von der Zeit, in der er lebt und zum ersten Mal mit dieser Rasse in Berührung gekommen ist. Dieses persönliche Ideal hat daher nicht unbedingt etwas mit der ursprünglichen Rasse zu tun, sondern ist geformt von den gerade herrschenden Modeströmungen. Daher sollte man jedem (neuen) Züchter anheim legen, hierher, an den Ursprung der Rasse zu kommen, d.h. die Quelle zu studieren, bevor er sich entscheidet, was er züchten möchte. Die WAHO-Reise nach Bahrain war eine ideale Gelegenheit dazu.
Gudrun Waiditschka
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The Desertbred horses of Bahrain

Bedouin stories are part of the folklore and history of the Arabian horse. But hardly any breeder of today has a clear image, of how these Bedouin horses actually looked like. On the contrary, the „piece of art“, as we know it from the show ring today, is regarded as the Arab horse par excellence. What a mistake!

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Quite often, WAHO Conferences offer opportunities to see and do things, that would otherwise remain unreachable. That was the case ten years ago in Syria, where we could see authentic Bedouin horses of the Anazeh, Shammar and Tai Bedouins in the Al Jazeerah, and that was the case this year, when the WAHO Conference took us to Bahrain. Part of the program was a visit to the Royal Stud and the Stud of Prince Mohammed Bin Salman Al Khalifa. Both studs, which usually are closed to outside visitors, are a refuge for the authentic desertbred Arabian horse.

The Strains of Bahrain

The history of the desertbred Arabian horse in Bahrain is just over 200 years old, which is the time when the then ruling Al Khalifa family came to Bahrain. The history of Bahrain, however, is much older, as the island was first populated some 5000 years ago.
Today’s horses of the Royal Studs trace back to horses of the Al Khalifa family, who came to Bahrain in 1783. Previously, the Al Khalifas belonged to the Anazeh Bedouins, whose original home was the Southern Nedjd. Due to climatic and economic changes, they were forced, together with other Bedouin tribes, to leave the Nedjd and move towards the Gulf coast. Parts of several tribes formed a new confederation, one of which was called the Al-Utub, or „Banu Utub“, the tribe of Utub. This tribe populated Qatar, later on Bahrain and Kuwait.
Under the rulership of the Al Khalifa family, Bahrain developed into a centre of pearl fishing and gained a certain prosperity. Due to the close proximity to the Arabian mainland, yet still isolated as an island, Bahrain often became the refuge for Sheikhs from Saudi Arabia and with them for their war mares, some of which founded a damline here. When and how each of these damlines came to Bahrain, cannot be ascertained, and some were already in the ownership of the Al Khalifa family since the dawn of time, meaning, as long as they could remember, others followed later as war booty.
Just like anywhere else in Arabia, some of the mares were especially valued by the Al Khalifas due to their extraordinary characteristics, such as speed, courage or stamina, and placed higher than others who may have belonged to a more famous strain. All in all, there are 20 damlines still present in Bahrain:
Al-Dahmeh, the strain was well established in the 19th century, but was lost in 1928. When King Abdul Aziz Al-Saud heard about it, he send a mare, called Dahmeh El Malek to Bahrain. Also Sheikh Abdulla Jassim Al-Thani from Qatar sent a mare, Dahmeh El Shagara. In the following years the strain was perpetuated through Dahmeh El Shagara.
Al-Hadhfah is a substrain of the Al-Obeyah strain. The foundation mare was Obeyah Um El Ardaf, who came to Bahrain as a present of the Sheikhs of Qatar in the 1920ies. This strain is no longer present in the broodmare band.
Al-Hamdanieh was said to have been one of the most preferred strains of the Al-Saud family in Saudi Arabia. The strain is represented in Bahrain with three families: The Hamdaniehs of the old Bahrain-lines, through Hamdanieh Um Shamy from the Sheikh of Kuwait and through Hamdanieh Johara from the Al-Saud line.
Al-Kray, a strain which (presumably) only exists in Bahrain. The foundation mare was supposed to be wild and courageous, but the strain was lost in the Royal Stud. A private breeder gave one of his mares to the stud, so that the strain could survive.
Al-Krush, also called Kuheilat-Krush, exists in Bahrain since the 1850ies; originally, the strain came from the Muteir Bedouins, others say from the Al Rasheed in Hail (Saudi Arabia).
Al-Ma’anagieh, a widespread strain in Arabia, those horses in Bahrain tail back to two foundation mares, Ma’anaghieh bin Idfa Al-Murra, who came to Sheikh Hamed bin Isa in about 1930, and Casbet El Khel, who came from Kuwait in 1940.
Al-Mlolesh, an older but very rare strain, which can (only?) be found in Bahrain; he can be followed up in the female tail line to ancient times.
Al-Musannah, Sheikh Hamed bin Isa got the mare Musannah Safra Um El Jelit from a relative in Kuwait. Her daughter Musannah Al Hamra was one of the preferred mares of Sheikh Hamed and known for her stamina in endurance races. All representatives of today tail back to this mare.
Al-Obeyah, an ancient strain, that was originally at home with the Al-Jiluwi family of the Al Hasa in Saudi Arabia; this strain is well respected and meant to be especially beautiful.
Al-Rabda, the history of this strain in Bahrain is told around the campfires for over 200 years. Mashan bin Hethal of the Anazeh-Bedouins had a famous mare, Rabda Nazhan, who was said to be the wildest and the fastest. The Sheikh of Bahrain and Abbas Pasha wanted to get her at the same time, but Mashan gave her – against all advise – to Bahrain, for which every wish was to be fulfilled. At the market he saw one of the most beautiful slaves and asked to get him – but it turned out to be the Sheikh of Manama. Instead, he received two ship loads of other goods.
Al-Saqlawieh, this strain was maintained at the Royal Studs by two lines, which tail back to the two mares Saqlawieh Hamra and Saqlawieh Riadh. The latter was bred by Emir Bender bin Sultan Abdul Aziz Al-Saud in Saudi Arabia, who was specialized on this strain, and came in 1964 as a gift to the stud from the Emir of Riyadh, Sulman bin Abdullah Aziz Al-Saud.
Al-Shawafah, this strain has been with the Al Khalifa family since ancient times and is valued as one of the most noble ones, especially the stallions of this family.
Al-Shuwaimeh, an old strain in Bahrain. Unique in its looks and beauty, its representatives can be recognized from far.
Al-Suwaitieh, formerly a strain which was common in North Arabia. The foundation mare in Bahrain, Suwaitieh Kuwaitieh, was given as a gift to Sheikh Sulman in the 1950ies.
Al-Tuwaisah, at the beginning of the last century, two mares of the strain Tuwaisah Atiq, bred by the Anazeh Bedouins in Northern Arabia, were given to Sheikh Hamed bin Isa as a tribute. They were rather small and unimpressive, but with the Bahraini stallions they produced wonderful foals: Like an oyster, unimpressive from the outside, but inside they contain a pearl.
Al-Wadhna, this old strain has unfortunately died out in the dam female line in Bahrain.
Kuheilat Afaas, an old strain held in high esteem, it was in Bahrain from the very beginning.
Kuheilat Aladiyat, around the turn from the 19th to the 20th century, Sheikh Hamed bin Isa was given a Kuheilah mare by the Sheikhs of the Ajman Bedouins, which was known to be especially fast (Al Adiyat).
Kuheilat Jelabieh, the original Kuheilah mare, who later got this name, was bought by Sheikh Abdulla Bin Ahmed at the beginning of the 19th century at the prize of 20 pregnant camel mares. She was supposed to be from Sheikh Jarshan of the Utaibe Bedouin tribe.
Kuheilat Umm Zorayr, a very old strain, who is not much in use in the breeding programs outside Bahrain, although the stallions of this strain were used a lot in the Nedjd of the 19th century.
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Bahrainis abroad

It is an old tradition of the Royal Studs, that no Bahraini horse will be sold – only given away as a gift. This tradition is being maintained until our time and this way, Queen Elisabeth II was given two Bahraini stallions in 2013 on the occasion of the Royal Windsor Horse Show by Sheikh Hamad Bin Isa Al Khalifa. These were the 12-year-old chestnut stallion Mlolshaan Mahrous, born 2001, and the 11-year-old grey Tuwaisaan Tha’atha’a, born in 2002.
Poland also received such a royal gift in 2014: Kuhailan Afas Maidaan, from the same strain as the stallion Kuhailan Afas imported in 1931, who also came from Bahrain and who had significant influence on Arabian horse breeding around the world. Through his son Bad Afas and grandson Abu Afas, this line goes straight to Comet, one of the most important Polish stallions, especially as producer of broodmares. His best son was probably Pohaniec, who was sold to Sweden, and became the sire of the stallion Probat, who was leased back to Poland, among other reasons, to re-introduce the Kuhailan Afas line, which was nearly extinct at that time in Poland. It was a great success, Probat became sire of the World Champions Fawor and Piruet, the Polish National Champions Pamir, Gil and Gamizon, several race winners and a number of excellent broodmares, such as Egzotyka. After Fawor and Pamir, things got quiet with this line and so the idea to revive the line with a stallion „close to the origin“ was developed. This will not lead to success immediately, but then, Kuhailan Afas also needed three generations, until Comet was born!
Already in the middle of the 19th century, at the time of Abbas Pasha I., the mare Jellabiet Feysul went from Bahrain via Saudi Arabia to Egypt. Five generations later, this line produced the mare Kasida, which was exported by Lady Anne Blunt to England for her Crabbet Park Stud. Kasida’s grandson Kazmeen was of a certain importance as the maternal grandsire of Nazeer, Sheik El Arab and El Sareei.
In 1903, the Khedive of Egypt, Abbas Hilmi I., received the mare Bint El Bahrein, a Dahman Shahwanieh from Bahrain. She as well became a foundation mare of Egyptian breeding and eventually left for England for Crabbet Park. Five generations later, Bint Maisa El Saghira was sold to the US, where she became a broodmare at Gleannloch Farms, and from where her blood was spread all over the world.
Other horses, who left Bahrain over the years, were less influential, e.g. Nuhra, a bay Wadhna mare, who went to England; Thorayyah, a bay Tuwaisah mare, who went to US; Savannah, a chestnut mare of the Dahmeh strain, who also went to US and from there further on to Canada, and Tuwaisaan, a bay stallion who ended up in South Africa, where he was used for endurance horse breeding, but left only seven purebred Arabian offspring.

The Royal Stud

The Royal Stud, which includes presently just over 340 horses, has moved to the premises in Al Roudha only in 1983. In five stables all breeding stock is housed, to each stable belongs an adjacent paddock with sun protection. For the ca. 15 stallions, roundpens and walkers are available, apart from that they are ridden regularly. The horses get bran, barley and oats in the morning, alfalfa twice a day, and in the evening again a mash of bran, barley and oats with dates. It is not necessary to feed any food supplements, except for mineral-salt licks.
Each year, about 40 – 50 foals are born. The youngsters live a happy life during their youth and stay „out in the desert“ from one to three years of age. Here, they have huge paddocks, separated according to their ages, with food at one end and water at the other, so that they automatically have to move about. With three years, the seriousness of life begins, and they are going into race training, later – if suitable – also endurance training. Whoever proves successful will have, at the age of six, the chance to be considered as breeding stallion, provided he also fulfills all expectations with regards to conformation, performance and bloodlines. Each year, six to seven new stallions are tested in the stud. The mares go into breeding at the age of five to six years. The goal is preservation breeding, for which races and endurance rides – just like in the old day at the Polish and Russian state studs – are a means for the purpose of testing their health and constitution; there is no selection towards speed. There is no mixing with „Western“ bloodlines, not even with Egyptians; the present gene pool remains pure in the sense of preservation breeding.
It is quite obvious, that these horses have an extraordinary good character, they were all led only with a halter and rope – also the stallions, even in the presence of other stallions or mares. Even with the unusual situation during the presentation for the WAHO guests, when additionally wind gusts made them more lively than usual, did the stallions wear no bit and the handlers had no whip – the latter would be an interesting idea for the modern show ring!
The horses were presented in groups according to their damlines (strains). This way one could see – at least in some families – how the mare stamped their offspring and even their grandchildren. Although, this should not be confused with a certain „Conformation Type“ of the strain (i.e. Kuhailan or Saklawy type). Where this is true over several generations, it is more likely that a breeder chooses among the fillies the one most similar to the dam, to carry on the damline. It was clearly said, during a presentation at the WAHO Conference, that the conformation of the horse has nothing to do with the strains, as the strain name is perpetuated through the mares. A prepotent stallion can change the phenotype of a strain easily. The stallions are furthermore not chosen from the same family or strain as the mare, most likely to avoid inbreeding.

The Stud of the Prince

The stud of Prince Mohammed Bin Salman Al Khalifa, the late uncle of the king, is managed according to similar principles. The foundation stock of the stud came from the Royal Stud. As a young man, Prince Mohammed asked his father, the Emir Sh. Salman Bin Hamed Al Khalifa, if he could choose some mares for his own breeding program. The father was very pleased about the interest of his son and complied with the request. Today, the stud is in the hands of Prince Mohammed’s son and has increased considerably in numbers. Some of the most beautiful Bahrainis have their origin in this stud. There is also constant exchange of breeding animals between the two studs, to maintain certain lines or avoid inbreeding.
It is quite striking in Bahraini horses that they have clear, dry and strong legs, the tendons are clearly visible, the joints well defined, the hooves are wide. Most have excellent riding horse points, such as a good shoulder, a short (!) back and a strong, long croupe. Their backs actually invite you to ride them! And their depth of the body (girth) was large compared to their relative small size. Hardly any of the horses have a „dish“, most of them have a rather straight profile, but nevertheless they all have expression. Quite noticeable is their „normal“ muzzle, with big nostrils, and strong jaws – not the „tea-cup muzzle“ as favoured by some Western breeders, and where one doesn’t know, if all teeth will still fit in. The neck was carried by most of the horses nicely and proudly with an arch, noticeable is the „mithbah“, the throatlatch – and all this without any necksweats! It goes without saying that all horses were shown without any make-up and without being clipped – what balsam for the eyes! Striking was also the sex dimorphism, the phenotypical difference in conformation between stallion and mare, a characteristic that is commonly found in many horse breeds, but seems to get lost – at least in the show horse lines – more and more.

Reflection

Whoever decides, to breed Arabian horses, usually has a clear picture, an ideal before his inner eye. This ideal has been shaped by the time in which the person is living and when he got into contact with this breed for the first time. This personal ideal has not necessarily anything to do with the original breed, but is shaped by fashion trends. Therefore, each (new) breeders should go to the origin of the breed, to study the source, before he decides what you want to breed. The WAHO Tour to Bahrain was an ideal opportunity to do so.
Gudrun Waiditschka
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